Wirtschaft : Immer mehr Schuldner werden verklagt

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Hamburg (dpa). Immer mehr Schuldner in Deutschland landen vor Gericht. Nach einer am Dienstag in Hamburg verbreiteten Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel gingen im ersten Halbjahr die Gläubiger in mehr als 732 000 Fällen mit harten gerichtlichen Maßnahmen gegen ihre Schuldner vor, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Das sei binnen Jahresfrist eine Steigerung von 9,1 Prozent. „Die Zahlungsmoral in Deutschland hat einen weiteren Tiefpunkt erreicht“, heißt es in der Studie. Bürgel zählt für diese Aussage Eidesstattliche Versicherungen (früher Offenbarungseid), Haftanordnungen, gerichtliche Mahnverfahren und private Insolvenzen zusammen. „Zahlungsunfähigkeit ist selten der Grund für unbezahlte Rechnungen“, schreiben die Autoren. Nur 2,9 Prozent oder etwa 10 000 Haushalte waren so überschuldet, dass eine Verbraucher-Insolvenz unabwendbar war. Eine neue gesetzliche Möglichkeit für Banken könne jedoch zu einem Anstieg der gerichtlichen Maßnahmen gegen Privatpersonen geführt haben. Danach können Banken schon dann Kredite kündigen, wenn eine Verschlechterung der Zahlungsfähigkeit droht, zum Beispiel bei Arbeitslosigkeit.

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