Wirtschaft : Immer mehr Studenten an Selbständigkeit interessiert

Berliner Existenzgründer-Institut unterstützt Jungunternehmer

Berlin (mot).Immer mehr Studenten nutzen das Existenzgründer-Institut Berlin als Partner auf dem Weg in die Selbständigkeit.Diese positive Bilanz zog das Institut anläßlich seines einjährigen Bestehens am Freitag in Berlin.Angesichts des jüngst dokumentierten Negativbildes, das sich viele Berliner Studenten von Unternehmern machten, sei die Arbeit des Instituts nötiger denn ja, unterstrich Elmar Pieroth, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender des Vereins.1996 habe man mit Unterstützung namhafter Sponsoren und in Kooperation mit den Universitäten Existenzgründungen "akzentuiert und beschleunigt" und Kontakte zu Gründerzentren und Unternehmen vermittelt.Um den Anteil von Akademikern unter den Gründern zu erhöhen, solle ein Gründungsnetzwerk unter allen Berliner Hochschulen aufgebaut werden.Nachholbedarf gebe es auch an den Lehrstühlen, wo sich zu wenige Professoren dem Thema Existenzgründung wissenschaftlich widmeten, betonte Sven Ripsas, Geschäftsführer des Existenzgründer-Instituts.Zum Angebot des Instituts zählten 1996 sechs Existenzgründer-Werstätten, die Messe "Studenten gründen" sowie der Business Plan-Wettbewerb. 430 Studierende nahmen an den Gründer-Werkstätten zu Themen wie Eigenkapitalbeschaffung, Venture Capital und Informationstechnologie teil.500 Besucher und 21 Aussteller fanden sich bei der Gründer-Messe in der TU Berlin ein.An 23 Gesprächsrunden in der Investitionsbank Berlin, bei denen Praktiker und Experten Tips zur Unternehmensgründung gaben, nahmen jeweils 50 bis 100 Interessierte teil.Für die systematische Vorbereitung auf die Selbständigkeit initiierte das Existenzgründer-Institut 1996 den Business Plan-Wettbewerb, bei dem eine Jury aus Unternehmern und Professoren 22 eingereichte Unternehmens-Konzepte begutachtete und - in vier Fällen - prämierte.Der Wettbewerb habe manchen Gründungsprozeß erleichtert, sagte Pieroth, entscheidend für den unternehmerischen Erfolg seien freilich "eine gute Idee, die Kunden und die Entschlußkraft des Gründers".Als ein Ergebnis der Gründer-Werkstätten präsentierte die Fachhochschule für Wirtschaft eine neue Initiative unter dem Titel "Selbständigkeit und Innovation im Praktikum".Studierenden, die an der Selbständigkeit und einer Unternehmensgründung interessiert sind, sollen im Rahmen der Initiative entsprechend profilierte Praktika in Berliner Unternehmen vermittelt werden. Studentische Gründer, die mit Unterstützung des Existenzgründer-Instituts und als Teilnehmer des Business Plan-Wettbewerbs den Sprung in die Selbständigkeit geschafft haben, stellten sich am Freitag der Öffentlichkeit vor.Unter ihnen Manuel Ruhnau dos Santos mit seinem Ein-Mann-Unternehmen Web & Tuch, das seit zwei Monaten einen "Home-Service für Maßkonfektion" anbietet, das Familien-Forum Kreuzberg, das Kurse für Schwangere und Familien mit Kleinkindern anbietet und Hebammen vermittelt, die BNeD Broadband Network Design GmbH, die ein Produkt zur Analyse von Glasfaser-Telekommunikationsnetzen auf dem Wege der Computeranimation entwiêkelt hat, und Ariadne, ein Kommunikationsprojekt, das unter dem Motto "Not macht unternehmerisch" zur Förderung studentischer Existenzgründungen beitragen will.

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