Immobilien : Ausverkauf von Luxusdomizilen

Die Krise kennt kein Pardon: Drei Villen von Bernard Madoff sind zu haben – und bald die Häuser von Madeleine Schickedanz?

Berlin - Die Krise kennt kein Pardon. In den USA sollen drei Luxusdomizile des verurteilten Milliardenbetrügers Bernard Madoff veräußert werden. Und in Deutschland könnte Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz nach der Pleite von Arcandor ebenfalls ihre Immobilien loswerden.

Zunächst kommt eine Strandwohnung von Madoff unter den Hammer. Ein auf der Insel Long Island im Bundesstaat New York gelegenes Appartment mit einer Fläche von rund 280 Quadratmetern und einem Wert von 8,7 Millionen Dollar (etwa 6,1 Millionen Euro) soll nach Angaben der lokalen Polizei noch in dieser Woche auf den Markt gebracht werden. Billiger soll es nicht werden. „Wir werden keine Angebote unter diesem Preis akzeptieren“, kündigte ein Polizeisprecher an. Aus dem Besitz von Madoff sollen auch ein Appartment in Manhattan, dem finanziellen Herzen von New York, und ein Luxusstrandhaus in Florida in Kürze verkauft werden. Die Objekte waren nach Madoffs Verhaftung beschlagnahmt worden. Der heute 71-Jährige war im Juni dieses Jahres zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte Anleger mit einem gigantischen Schneeballsystem um Milliarden gebracht.

Auch Madeleine Schickedanz läuft nach der Pleite des Quelle-Mutterkonzerns Arcandor Gefahr, mehrere Häuser zu verlieren. Die 65-jährige Hauptaktionärin von Arcandor haftet einem Bericht des „Stern“ zufolge mit bis zu 215 Millionen Euro ihres Privatvermögens für Kredite beim Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim, die sie für den Kauf von Arcandor-Aktien aufgenommen hat. Demnach hat Schickedanz am 16. Oktober 2008 alles verpfändet, was ihr in Deutschland persönlich und als Alleineigentümerin gehört. Die Bank ließ die Schulden in die Grundbücher der Schickedanz-Anwesen eintragen. Mindestens elf Immobilien und Grundstücke kann die Bank seitdem per Zwangsvollstreckung einziehen und verkaufen, wenn Schickedanz bei Fälligkeit der Darlehen nicht zahlt, heißt es weiter.

Darunter seien Immobilien in München, Hamburg, Nürnberg und am Tegernsee. Schickedanz’ Elternhaus in Hersbruck bei Fürth sei ebenso verpfändet wie ein kleines Kaufhaus im Zentrum der mittelfränkischen Kleinstadt, das den Grundstein für das spätere Quelle-Imperium bildete. Nicht betroffen ist eine weitere Villa in Fürth, die Schickedanz bereits vor Jahren ihrem Sohn übertrug. AFP/Tsp

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