Immobilien : Bahn verkauft Grundstücke an Hochtief

Die Gesellschaft Aurelis soll für 1,6 Milliarden Euro verkauft werden. Dort werden alle überflüssigen Bahn-Grundstücke gebündelt. Hochtief ist schwer interessiert.

Bernd Hops

Berlin - Die Deutsche Bahn will sich von einem Teil ihrer Immobilien trennen. In einer Pflichtmitteilung meldete der Baukonzern Hochtief am Dienstagabend, dass mit der Bahn „eine vorbereitende Vereinbarung“ über den Kauf der Aurelis GmbH getroffen worden sei. Der Preis werde „circa“ 1,6 Milliarden Euro. Der Bahn-Aufsichtsrat, der am heutigen Mittwoch tagt, müsse dem Geschäft aber noch zustimmen.

Die Bahntochter Aurelis bündelt Immobilien und Grundstücke, die von der Bahn nicht mehr für das Betreiben ihres Geschäfts benötigt werden. Insgesamt geht es laut Hochtief um 1495 Liegenschaften mit 27 Millionen Quadratmetern an innerstädtischen Flächen in Ballungsgebieten in Deutschland. Der Konzern will Aurelis in einem Konsortium zu gleichen Teilen mit dem Finanzinvestor Redwood Grove International übernehmen und „zum führenden deutschen Entwickler von innerstädtischen Stadtquartieren ausbauen“.

Allerdings ist der Verkauf von Aurelis ein Politikum. Die Gesellschaft war auch von der Debatte im vergangenen Jahr betroffen, wie die Bahn ihre Immobilien vor einem Börsengang innerhalb des Konzerns zuordnen muss. Eigentlich war per Gesetz vorgesehen, dass die Konzernholding kaum Immobilien besitzen sollte, sondern die Werte den einzelnen Infrastrukturtöchtern zuordnete. Das war aber häufig nicht geschehen. Daraufhin warfen Kritiker der Bahn vor, mit Hilfe von Immobiliengeschäften ihre Geschäfte aufzuhübschen und Reserven aufzubauen, die später den privaten Investoren und nicht den Steuerzahlern zugute kämen. Der Bahn-Vorstand wies die Vorwürfe zwar zurück, am Schluss stimmte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn aber Neuordnung zu. In einem Brief an Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wies er aber zuvor auf Risiken hin, etwa 1,2 Milliarden Euro Verbindlichkeiten die auf Aurelis lasteten. Damals wurde der Buchwert der Immobilien der Gesellschaft auf eine Millliarde Euro und der Verkehrswert auf etwa zwei Milliarden Euro beziffert. Für Altlasten wurden Rückstellungen von 2,5 Milliarden Euro gebildet.

Dem Vernehmen nach soll das durch den Verkauf von Aurelis eingenommene Geld nun die Schulden der Infrastrukturtochter DB Station & Service, die sich unter anderem um die Bahnhöfe kümmert, senken. Bernd Hops

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