Immobilien : Am Wasser heimisch: der Kleefarn

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DER ROTE PUNKT

Jede Woche gibt der Botanische Garten eine Liste mit besonders sehenswerten Pflanzen heraus, die durch ihre Blüten oder auch Früchte beeindrucken. Sie sind auf dem Gelände oder in den Gewächshäusern mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Aus Platzgründen können wir nur jeweils ein Gewächs vorstellen. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.bgbm.org .

Freiland. Auf den ersten Blick sieht der Vierblättrige Kleefarn (Marsilea quadrifolia) wie Glücksklee aus. Doch er hat mit dem zum Jahreswechsel so beliebten Pflänzchen nichts zu tun. Denn er gehört zusammen mit den Schwimmfarnen zu einer hoch entwickelten Linie innerhalb der Farne.

Der deutsche Name Kleefarn gibt treffend das Wesentliche der Blattform und des Habitus wieder. Die lang gestielten Wedel tragen am oberen Ende eine vierteilige, kleeblattförmie Spreite. Dieses Kleeblatt geht aus zwei Fiederpaaren hervor, zwischen denen das Internodium (ein Sprossabschnitt, der zwischen zwei Blattansatzstellen oder Blattknoten liegt) so stark verkürzt ist, dass ein scheinbar vierblättriger Quirl entsteht.

Marsilea quadrifolia erreicht eine Höhe zwischen fünf und 15 Zentimetern und ist auf nährstoffreichen, nassen, zeitweilig überschwemmten Schlammböden zu finden. Und so wächst die „Pflanze der Woche“ – ihrem natürlichen Standort entsprechend – im Wasser und Sumpfpflanzengarten.

Etwas Besonderes ist die Art der Fortpflanzung. In getrennten Sporangien (Sporenbehälter) bildet die Pflanze kleine männliche und große weiblich Sporen. Mit diesen bohnen- bis kugelförmigen Sporenfrüchten (Sporokarpien) übersteht die Pflanze ungünstige Lebensbedingungen, wie etwa Trockenperioden. Die Sporenfrüchte behalten zum Teil mehrere Jahrzehnte ihre Lebensfähigkeit. Die Befruchtung ist an Wasser gebunden. Oft erfolgt sie durch Wasservögel, an deren Beinen im Schlamm verklebte harte Sporenfrüchte kleben. Bei einer Benetzung der Sporen erfolgt die weitere Entwicklung sehr schnell. Über komplizierte eingeschlechtliche unselbstständige Zwischengenerationen entwickelt sich nach der Befruchtung der Eizelle die junge Pflanze (Sporophyt). W.H.

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