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Wer bezahlt den Teppichboden?

an Dieter Blümmel

Der Teppichboden in der Wohnung, die ich seit vier Jahren bewohne, beginnt sich zu wellen und hat Laufspuren. Der Bodenbelag war auch schon von Vormietern benutzt worden. Gibt es einen empfohlenen Zeitraum für eine Erneuerung?

Bei Teppichböden mittlerer Qualität nimmt die Rechtsprechung eine Lebensdauer von zehn Jahren an, bei höherer Qualität von 15. Teilweise wird auch nur eine Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren bei mittlerer Qualität angesetzt. Letztlich kommt es immer auf den tatsächlichen Zustand an.

Grundsätzlich gilt: Der Vermieter schuldet den vertragsgemäßen Gebrauch der mitvermieteten Einrichtungsgegenstände. Zu diesen gehört oft auch der Teppichboden. Sind die Gebrauchs- und Abnutzungsspuren so deutlich, dass neuer Teppichboden verlegt werden muss, ist das Sache des Vermieters. Das gilt übrigens unabhängig davon, ob die Auslegware vom Vermieter eingebracht wurde oder ob der Vormieter sie zurückgelassen hat. Die Verpflichtung zur Instandhaltung und Instandsetzung besteht auch dann, wenn der Vermieter nicht gewusst hat, dass der Vormieter Teppichboden gelegt hatte.

Der Mieter, der die Beseitigung von Mängeln am Teppichboden oder dessen Erneuerung verlangt, muss allerdings beweisen, dass dieser mitvermietet worden ist. Gegen eine Vermietung des Teppichbodens spricht, dass dieser in einem Übergabeprotokoll nicht aufgeführt ist. Wer die Erneuerung bezahlen muss, das hängt ferner davon ab, wodurch die Schäden und Abnutzung am Teppichboden zustande gekommen sind. Eine Abnutzung durch den vertragsgemäßen Gebrauch – wozu auch Laufspuren gehören – fällt dem Vermieter zur Last. Dagegen braucht dieser Rotweinflecke oder Brandspuren nicht zu beseitigen. Denn damit hat der Mieter seine Obhutspflicht für die vermietete Einrichtung verletzt. Will der Vermieter für diese Mängel Schadensersatz, dann trägt wiederum er die Beweislast für eine übermäßige Abnutzung und den entsprechenden Schadensersatzanspruch.

Will der Vermieter vom Vormieter eingebrachte Einrichtungsgegenstände wie etwa einen Teppichboden nicht mitvermieten, dann muss er dies im Mietvertrag ausdrücklich klarstellen. Hat er das getan, dann ist es Sache des Mieters, ob er den Teppichboden erneuert oder nicht. Will er einen neuen Teppichboden haben, dann muss er ihn in diesem Falle auch selbst bezahlen. Foto: Steinert

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