Immobilien : an Frank Weißenborn Rechtsanwalt

Wer kommt für den Schaden auf?

an Frank Weißenborn

Im Jahr 2002 beauftragte ich einen Fachhandwerker, die Heizung gegen eine Anlage mit Zentralspeicher und Solaranlage auszutauschen. Doch danach stieg unser Ölverbrauch um ein Drittel. Die Anlage war falsch angeschlossen. Der Handwerker hat den Mangel beseitigt. Wer kommt aber nun für den Schaden auf, und wann verjährt der Anspruch auf Ersatz?

Verantwortlich für den entstandenen Schaden ist der Fachhandwerker, der den Anschluss der neuen Heizungsanlage unsachgemäß vorgenommen hatte. Gegen diesen bestand zunächst der offenbar bereits erfüllte Nachbesserungsanspruch. Darüber hinaus steht dem Betroffenen aber Schadensersatz zu. Dabei ist er wirtschaftlich so zu stellen, als ob die Heizungsanlage von vornherein ordnungsgemäß und fachgerecht angeschlossen worden wäre. Bei der Schadensberechnung ist der Mehrverbrauch zu berechnen und zu beziffern, den der Haushalt infolge des fehlerhaften Einbaus hatte. Im Falle eines Rechtsstreits und eines Bestreitens der Schadenshöhe durch den verklagten Handwerker würde diese Angabe von einem Sachverständigen ermittelt oder von dem Gericht geschätzt. Allerdings ist der Gerichtsweg lang und er kostet. Deshalb sollte man zunächst das Gespräch mit dem Handwerker suchen. Ist dies schwierig, kann ein Rechtsanwalt vermitteln. Dieser würde den Handwerker dazu auffordern, die Schadensersatzpflicht dem Grunde nach anzuerkennen sowie auf die Verjährung zu verzichten. Dann könnte der Geschädigte mit Hilfe der technischen Angaben des Heizungs-Herstellers den Schaden in Ruhe berechnen. Übrigens, welche Verjährungsfrist besteht, ist anhand der Art und des Umfangs des Einbaus zu prüfen. Der Erfahrung nach wird es sich voraussichtlich um eine Frist von fünf Jahren handeln. Kommt es zu keiner raschen Einigung, könnte man Klage erheben, um den Eintritt der Verjährungsfrist zu verhindern. Möglich ist auch ein Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides oder auf Einleitung eines selbstständigen Beweissicherungsverfahrens. Die Aufforderung zum Schadensersatz allein unterbricht die Verjährung nicht. Foto: Hiss

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