Immobilien : an Hans-Jürgen Bieber, Vorsitzender Richter am Kammergericht

Was ein Insolvenz- verwalter macht

an Hans-Jürgen Bieber

An unserer WEG-Sitzung nimmt anstelle des Eigentümers der Insolvenzverwalter teil. Was hat das zu bedeuten?

Ein Insolvenzverfahren hat das Ziel, die Gläubiger gleichmäßig zu befriedigen, indem entweder das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt wird oder mittels eines Insolvenzplans eine andere Regelung getroffen wird, um das Unternehmen des Schuldners zu erhalten. Wenn das Insolvenzgericht geprüft hat, ob das Vermögen des Schuldners ausreicht, um die Kosten des Verfahrens zu decken, eröffnet es das Insolvenzverfahren und ernennt den Insolvenzverwalter.

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens geht die Verwertungs- und Veräußerungsbefugnis des Schuldners über ihm gehörende Gegenstände auf den Insolvenzverwalter über, der nunmehr für die Erfüllung der Forderungen der Gläubiger zu sorgen hat. Wenn der Schuldner Eigentümer einer oder mehrerer Eigentumswohnungen ist, hat dies auf den Bestand der Wohnungseigentümergemeinschaft keinen Einfluss, weil die Aufhebung der Eigentümergemeinschaft in einem solchen Fall ausdrücklich ausgeschlossen ist. Von der Eröffnung des Insolvenzverfahrens an werden alle dem Eigentümer zustehenden Rechte vom Insolvenzverwalter ausgeübt, so dass dieser an den WEG-Versammlungen teilnimmt und abstimmt, allerdings auch den Eigentümer (Schuldner) zur Wahrnehmung des Stimmrechts bevollmächtigen kann. Soweit der Insolvenzverwalter es für notwendig hält, kann eine Veräußerung des Wohnungseigentums erfolgen. Foto: Hiss

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben