Immobilien : an Hartmann Vetter Mieterverein

Wer bezahlt den Kammerjäger?

an Hartmann Vetter Mieterverein

Ich besitze ein Eigenheim. Die Wohnung im Untergeschoss ist vermietet. Dort haben sich in den Jalousienkästen Wespen eingenistet. Es wurde ein Kammerjäger mit der Beseitigung beauftragt. Wer hat die Kosten dafür zu tragen?

Das hängt von der Art des Befalls ab. Wenn ein Haus beispielsweise in der Nähe einer Müllkippe steht und dadurch ständig Ratten oder anderes Ungeziefer im Keller oder anderen Teilen des Hauses gesichtet werden, dann ist eine kontinuierliche Schädlingsbekämpfung notwendig. Diese erfolgt in der Regel jedes Jahr. In einem solchen Fall können die Aufwändungen für einen Kammerjäger als Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden. Dies muss allerdings vertraglich so vereinbart sein. Bei Standardmietverträgen ist dies in der Regel der Fall. Anders ist die Lage, wenn es sich um einen einmaligen Befall handelt. Dies ist bei einem Wespennest normalerweise der Fall. Hier können die Kosten für die Beseitigung des Nestes nicht vom Eigentümer auf den Mieter umgelegt werden. Deshalb ist der Eigentümer des Hauses in der Haftung. Ein Nest auf dem Balkon oder einer Terrasse schränkt außerdem die Nutzungsmöglichkeit dieser Flächen möglicherweise ein. Deshalb kommt das normale Recht zur Anwendung, das auch für sonstige Mängel an der Wohnung gilt. Der Mieter muss den Eigentümer auffordern, das Wespennest beseitigen zu lassen und ihm dafür eine kurze Frist setzen. Wenn der Eigentümer der Aufforderung nicht nachkommt, dann sollte der Mieter eine Nachfrist mit Ablehnungsandrohung setzen. Wenn auch diese Frist verstreicht, dann kann er die Beseitigung des Nestes selber bei einem Experten in Auftrag geben und die dabei entstehenden Kosten mit der Miete verrechnen. Bevor man jedoch ein Wespennest vernichten lässt, sollte man sich überlegen, ob wirklich eine Gefahr von den Insekten ausgeht. Wespen sind nicht grundsätzlich aggressiv. Sie stechen nur, wenn sie sich selbst bedroht fühlen. Allergiker sind jedoch besonders bedroht, wenn sie gestochen werden. Deshalb kann es notwendig und unvermeidbar sein, Wespennester zu beseitigen. Foto: Uwe Steinert

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