Immobilien : an Katrin Dittert Rechtsanwältin

„Muss man den Makler bezahlen?“

an Katrin Dittert

Wir haben ein Haus erworben, das im Internet auf einer Maklerdom ain zum Verkauf stand. Nun verlangt der Makler Geld, obwohl er den Verkauf nicht vermittelte, denn wir hatten Anschrift, Eigentümer und alle Angaben zum Haus selbst herausgefunden. Müssen wir zahlen?

Ja, wenn der Makler zwei Dinge beweisen kann: Dass mit dem Käufer ein Vertrag zustande kam, und der Makler das Objekt nachgewiesen hat. Für den Nachweis reicht ein Bild des Objekts im Internet, und ein Vertrag kommt zustande, wenn der spätere Käufer auf der Website des Maklers die Allgemeinen Geschäftsbedingungen anklickt und die Provisionspflicht des Maklers akzeptiert. Ausnahme: Dem Erwerber war bereits bekannt, dass diese Immobilie zu verkaufen war. Grundsätzlich steht dem Makler auch dann eine Courtage zu, wenn dieser dem späteren Käufer einfach nur die Adresse des Objektes nennt. Diese Regelung ist für viele Menschen schwer nachvollziehbar, weil sie die Vorarbeiten meistens nicht kennen, die Makler leisten müssen, um zu ihrem Geld zu kommen. Dazu zählen in der Regel die Besichtigung der angebotenen Immobilien, die Aufnahme von Fotos, die Prüfung des Grundbuchs. Die Vermittler stellen etwa bei den Ämtern Anfragen nach Baubeschränkungen und sie müssen Grundrisse der Objekte beschaffen. Außerdem führen Makler viele Besichtigungen mit Kauf- oder Mietinteressenten durch, die oft ohne Abschluss enden, aber dennoch Zeit und Geld kosten. Foto: Mike Wolff

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