Immobilien : an Ulrich Löhlein Hausverwalter

Im Treppenhaus darf nichts stehen

an Ulrich Löhlein

Wir haben eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus erworben. Im Erdgeschoss haben Wohnungsnutzer die Gewohnheit, sechs paar Schuhe vor der Haustür stehen zu lassen. Auf freundliche Briefe reagieren sie nicht. Was kann man tun?

Hausflure sind Flucht- und Rettungswege für die Bewohner. Deshalb darf dort nichts abgestellt werden. Dies gilt auch für kleine Gegenstände wie Schuhe. Denn dadurch kann beispielsweise der Einsatz eines Rettungsdienstes beim Heruntertragen von erkrankten Personen behindert werden. Häufig stellt sich auch die Frage, ob Blumen auf Treppenabsätzen oder Fensterbänken abgestellt werden dürfen. Auch das ist nicht zulässig. Allerdings ist der Anlass der dann folgenden Streitigkeiten oft nicht der Blumentopf sondern das angespannte Verhältnis zwischen Nachbarn. Dennoch ist es die Aufgabe des Verwalters für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Er muss also die Haushalte schriftlich dazu auffordern, die abgestellten Gegenstände wieder wegzuräumen. Dabei stehen die Verwalter häufig zwischen den Fronten. Einstweilen werden dabei sogar Gerichte mit den Streitigkeiten beschäftigt. Ein schönes Beispiel hierfür ist das Urteil in einem Verfahren über einen so genannten Hartbrandwichtel. Diesen Gartenzwerg hatte ein Hausbewohner so aufgestellt, dass dessen ausgestreckter Mittelfinger zum Nachbarn ausgerichtet war. Der Finger war durch einen Verband verdeckt. Dennoch zog der Nachbar vor Gericht. Das stellte fest, dass der Hartbrandwichtel keine Beleidigung darstellt. Solche Fälle zeigen, dass Nachbarn gut daran tun, Rücksicht walten zu lassen und Streit nicht zu eskalieren.Foto: Hiss

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