Immobilien : an Uwe Kämpf Rechtsanwalt und Steuerberater

Was tun bei einer Fondspleite?

an Uwe Kämpf

Wir haben Geld in einen geschlossenen Immobilienfonds in Marzahn investiert, der nun vor der Insolvenz steht. Sollen wir dem Verkauf des Objektes an eine Auffanggesellschaft zustimmen und Geschäftsführung sowie Treuhänder entlasten?

In diesem konkreten Fall ist klar: Das investierte Geld der Anleger ist weg. Denn die Immobilie ist hoffnungslos überschuldet. Der Verkehrswert des Gebäudes beträgt derzeit nur noch ein Drittel der Summe, mit der der Fonds bei Banken verschuldet ist. Deshalb droht die Insolvenz des Fonds. Anleger sollten daher zunächst prüfen, ob sie in diesem Fall haften: Unter Umständen kann die Gläubigerbank die Ausschüttungen zurückverlangen, die der Fonds Anlegern in vergangenen Jahren ausgeschüttet hatte. Diese Haftung kann dann eintreten, wenn der Fonds diese Ausschüttungen nicht aus erzielten Gewinnen sondern aus Liquiditätsreserven finanziert hatte. Deshalb kann es für den Anleger ratsam sein, dem Verkauf des Objektes an eine Auffanggesellschaft zuzustimmen, vorausgesetzt die Bank stellt ihn dann von der persönlichen Haftung frei. Weiteren Beschlüssen sollte der Anleger dagegen nicht zustimmen. Wenn er beispielsweise die Geschäftsführung entlastet, kann er später keine Schadensersatzansprüche mehr geltend machen. Das kann man durch eine Klage. Will man diesen Weg gehen, dann empfiehlt es sich, dies gemeinsam mit anderen Betroffenen zu tun. Jeder riskiert dann zunächst einen kleineren Betrag zur Prüfung der Klagechancen. Die grundsätzliche Frage ist hier natürlich: Will man dem schlechten Geld noch gutes für eine rechtliche Beratung hinterherwerfen. Im Fall dieses Fonds bieten die Fondsinitiatoren den Anlegern auch eine neue Beteiligung an der geplanten Auffanggesellschaft an. Diese soll die Immobilie zum heutigen Verkehrswert erwerben. Eine solche Beteiligung kann sinnvoll sein, wenn das Objekt zu einem abgewerteten Preis übernommen wird und dadurch Wertsteigerungspotenzial hat. Dies kann eintreten, wenn die Immobilie künftig besser und zu höheren Preisen vermietet wird, wodurch der neue Fonds erfolgreich werden könnte. Doch das ist reine Spekulation. Foto: Thilo Rückeis

– Haben Sie auch Fragen rund um die Immobilie: zu Mieten, Eigentum oder Urteilen? – Dann schreiben Sie uns:

E-Mail: Redaktion.Immobilien@

tagesspiegel.de

Postanschrift: Verlag Der Tagesspiegel,

Redaktion Immobilien, 10876 Berlin

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben