Immobilien : Anspruchsvolle Schönheiten

Eine Auswahl exotischer Gewächse für warme Räume oder den beheizbaren Wintergarten

Tassilo Wengel

Das Sortiment an Kübelpflanzen wächst ständig und zu den altbekannten Arten gesellen sich jedes Jahr Neuheiten. Allen gemeinsam ist, dass sie in unseren Gefilden den Sommer im Freien verbringen und sobald Nachtfröste zu erwarten sind ins Winterquartier müssen. Neben diesen „typischen“ Kübelpflanzen gibt es auch sehr anspruchsvolle Arten, denen eine Sommerfrische im Freien allerdings nicht besonders gut bekommt, wenn das Wetter wechselhaft und kühl ist. Denn diese Pflanzen benötigen das ganze Jahr über warme Temperaturen (über 20 Grad Celsius). Der Leiter der Herrenhäuser Gärten in Hannover, Hans-Georg Preißel, bezeichnete sie einmal als „falsche Kübelpflanzen“. Doch die exotischen Schönheiten sind nicht nur besonders dekorativ, sondern ihre aparten Blüten verströmen meist auch einen betörenden Duft. Solche Schmuckstücke stehen am besten im beheizbaren Wintergarten oder in einem warmen Raum.

Zu diesen Kübelpflanzen zählt die Frangipani (Plumeria rubra). Sie wird auch als Pagoden- oder Tempelbaum bezeichnet, gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) und ist vor allem in den zentralamerikanischen Staaten wie beispielsweise Costa Rica, Guatemala, Honduras oder in Nicaragua und Panama heimisch. Auch in vielen tropischen Gebieten ist sie als Zierpflanze weit verbreitet. In diesen Ländern gehört die Frangipani wegen ihres dekorativen Flors zum Alltag, sei es als Straßenbaum oder als Schmuckpflanze in öffentlichen Anlagen oder Parks, wobei sie dort eine Höhe von bis zu acht Metern erreichen kann. Die kultivierten Exemplare bleiben mit bis zu zwei Metern wesentlich kleiner. Von April bis November entfalten sich im Idealfall ununterbrochen die herrlichen Blüten, die in dichten Dolden beisammenstehen. Sie verströmen einen angenehmen intensiven Duft. Je nach Ursprungsland leuchten sie in Weiß, Rot, Rosa, Hell- oder Goldgelb.

Die Frangipani benötigt einen hellen, sonnigen bis leicht schattigen Standort. Während der Sommermonate muss sie vor direkter Mittagssonne geschützt werden, da sonst die Blätter vergilben. Das Gießwasser sollte stets Zimmertemperatur haben. Vom Frühjahr bis zum Herbst hält man die sukkulente Pflanze feucht, aber nicht nass. Im Winterhalbjahr wird wegen des Lichtmangels etwas weniger gegossen. Sind die Pflanzen zu groß geworden, können störende Triebe eingekürzt werden. Vorsicht ist an den Schnittstellen angebracht, denn der austretende Milchsaft enthält wie bei anderen Hundsgiftgewächsen Giftstoffe, die Hautschäden hervorrufen können.

Zur gleichen Familie gehört die Krepp-Gardenie (Tabernaemontana divaricata, syn. Ervatamia divaricata). Ihre Heimat liegt in Nordindien und im Norden Thailands. Die sehr langen elliptischen Blätter sind immergrün. Die makellos weißen Blüten stehen paarig in kurzen Trugdolden zusammen und verbreiten einen lieblichen Duft. Von dieser Art gibt es die gefüllt blühende Sorte „Flore Pleno“ sowie eine Züchtung mit besonders großen Blättern und gefüllten Blüten, die als „Grandifolia“ bekannt ist. Das gesamte Jahr über muss das Substrat mäßig feucht sein.

Der Goldkelch (Solandra guttata) stellt ähnliche Ansprüche. Er hat in Mexiko und Jamaika seine Heimat, wo er als kletternder Strauch bis zu vier Metern Höhe erreichen kann. Auch in Kultur gilt er als schnellwüchsige Kletterpflanze, so dass sie eher für große Wintergärten als fürs Zimmer geeignet ist. Sie kann allerdings im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden.

Die immergrünen, auf der Unterseite weich behaarten Blätter sind bis zu 15 Zentimeter lang. Sehr attraktiv sind auch hier die duftenden, ockergelben Blüten, die im Juli und August einzeln an den Enden der Triebe stehen. Der Kelch ist röhrenförmig, die Blütenkrone in Form eines Trichters wird von fünf welligen Abschnitten des Kronsaumes geziert. Das Innere der Blüte zieren rotbraune Streifen, die nach beiden Seiten wie Adern verlaufen. Während der Sommermonate hält man die Pflanze mäßig feucht. Bei kühleren Raumtemperaturen im Winter (etwa 18 Grad Celsius) muss die Wasserversorgung mit Fingerspitzengefühl durchgeführt werden.

Etwas anspruchsloser ist das Kap-Geißblatt (Tecoma capensis, syn. Tecomaria capensis), eine reizvolle Pflanze aus Südafrika. Dort wächst sie als dichtbuschiger, unterschiedlich stark kletternder Strauch mit peitschenförmigen Trieben, die bis fünf Meter Länge erreichen können. Die Blätter sind zehn bis 15 Zentimeter lang und bestehen aus zahlreichen gezähnten Fiederblättern. Von August bis Oktober entfalten sich die orangeroten Blüten. Sie sind trichterförmig bis glockig und stehen in großen aufrechten, manchmal leicht hängenden Trauben zusammen. Gleichmäßige Feuchtigkeit während der Wachstumsphase und geringere Wassergaben bei etwa kühlerem Stand im Winter sorgen für eine gesunde Entwicklung. Jedes Jahr im Frühjahr ist ein kräftiger Rückschnitt zu empfehlen.

Alle genannten Pflanzen erhalten von April bis Juli regelmäßig jede Woche eine Gabe Volldünger, dann stellt man das Düngen ein, damit die Triebe ausreifen.

Junge Pflanzen sollten jedes Jahr im Frühjahr neue Erde erhalten. Man verwendet dazu eine lockere, humose Mischung mit guter Drainage. Empfehlenswert ist deshalb die Zugabe von Styromull, zerstoßenem Blähton oder Bimskies. Ältere Pflanzen werden alle drei bis fünf Jahre umgetopft. Empfehlenswert ist ein Austausch der obersten Erdschicht im Frühjahr.

Bezugsquelle: Spezialbetrieb Flora Mediterranea, Königsgütler 5, 84072 Au/Hallertau, Tel. 08752/ 1238, Fax 08752/9930, E-Mail: info@floramediterranea.de, Internet: www.floramediterranea.de.

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