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Hoch wachsende Gräser sind attraktive Gestaltungselemente für jeden Garten

Tassilo Wengel

Gräser sind in Gemeinschaft mit anderen Pflanzen oder auch als kompakte Horste dekorative Gestaltungselemente für den Garten. Sie bieten eine fast unübersehbare Farbenvielfalt und interessante Wuchsformen. Ihre teilweise imposanten Blütenstände bleiben monatelang erhalten und sorgen oft noch im winterlichen Garten, wenn sie von Raureif bedeckt sind, für einen reizvollen Anblick. Die umfangreiche Familie der Gräser (Poaceae) ist mit mehr als 6000 Arten über die gesamte Erde verbreitet.

Eines der schönsten Gräser ist zweifellos das Pampasgras (Cortaderia selloana) aus Argentinien. Es bildet im Laufe der Jahre prachtvolle hohe Büsche aus schmalen graugrünen ein bis zwei Meter langen Blättern, die elegant bis zum Boden überhängen. Ausgesprochen attraktiv sind die silberweißen, bis drei Meter hohen Federbüsche, die sich im September aus dem dichten Horst der Blätter entwickeln. Das Pampasgras ist zweihäusig, das heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Im Handel werden meist weibliche Pflanzen angeboten, da die Rispen größer, schöner und haltbarer sind. Wer zart rosafarbene Blütenrispen bevorzugt, muss die Sorte ,Rosea‘ wählen. Eine weiße Zwergform ist die Sorte ,Pumila‘, die eine Höhe von etwa einem Meter erreicht.

Das Pampasgras benötigt einen sonnigen Standort und nährstoffreichen, humosen, durchlässigen Boden. Während der Wachstumszeit im Sommer braucht das Gras viel Wasser. Zu viel Feuchtigkeit im Winter lässt die Pflanze verfaulen. Um dem vorzubeugen, bindet man im Spätherbst die immergrünen Blätter zusammen, umschüttet die Pflanze mit trockenem Laub, das anschließend mit Brettern bedeckt wird. Dadurch wird das Eindringen von zu viel Feuchtigkeit verhindert. Erst im Frühjahr werden der Winterschutz sowie die abgestorbenen Blätter entfernt.

Eindrucksvoll ist auch die Gattung der Riesengräser (Miscanthus), die vor allem in China und Japan ihre Heimat haben. Am häufigsten wird das Chinaschilf (Miscanthus sinensis) angeboten, von dem es eine Reihe schöner Sorten gibt, beispielsweise ,Gracillimus‘, auch Feinhalm-Miscanthus genannt. Diese Gartenform hat sehr schmale, elegant überhängende Blätter, blüht allerdings kaum. Dagegen bildet die Sorte ,Silberfeder‘ von September an sehr schöne breite silbrige Blütenrispen. Sie bleiben bis weit in den Winter hinein an der Pflanze erhalten und sind außerdem ein sehr wirkungsvoller Vasenschmuck. Eine Zierde sind auch die Sorten ,Flamingo‘ und ,Graziella‘, deren Blütenstände von Rosa in Silberweiß wechseln, während ,Rotfeder‘ und ,Malepartus‘ rot blühen.

Nur durch seine gelben, quer gestreiften Blätter wirkt das Stachelschweingras (Miscanthus sinensis ,Strictus‘). Es wird etwa 170 Zentimeter hoch, wächst sehr steif aufrecht und hat nur selten Blüten. Beim Zebra-Gras (Miscanthus sinensis ,Zebrinus‘) dagegen sind sowohl die grün-weiß quer gebänderten Blätter als auch die im Herbst als Silberfahnen erscheinenden Blütenstände ausgesprochen attraktiv.

Um die Miscanthus-Arten und ihre Sorten optimal zur Geltung zu bringen, sind Begleitpflanzen empfehlenswert. Dafür eignen sich vor allem Herbstblüher wie Glattblattaster (Aster novi-belgii), Raublattaster (Aster novae-angliae) sowie Goldkolben (Ligularia-Hybr.). Auch attraktive Schmuckblattstauden wie Schaublatt (Rodgersia) und Akanthus (Acanthus) passen gut als Nachbarn. Miscanthus bevorzugt einen sonnigen bis leicht schattigen Standort und einen nährstoffreichen, humosen Boden mit ausreichend Feuchtigkeit.

Eine weitere empfehlenswerte Gräser-Gattung sind die Pfeifengräser (Molinia). Sie bestechen durch dichte, kompakt bleibende Horste, die aus langen blaugrünen Blättern bestehen. Im Hochsommer schieben sich aus dem Blattwerk lang gestreckte Blütenrispen und im Herbst beeindrucken diese Gräser mit ihrem warmen Goldton.

Interessante Gartenformen vom Riesenpfeifengras (Molinia arundinacea) sind ,Fontäne‘ mit überhängenden Rispen‚ ,Transparent‘ mit sehr grazilen Blütenrispen und ,Windspiel‘ mit mächtigen Horsten und Blütenständen bis zu 250 Zentimetern Höhe. Niedriger bleibt dagegen das Blaue Pfeifengras (Molinia caerulea), das ebenfalls einige hübsche Sorten bietet, beispielsweise ,Strahlenquelle‘. Sie wird etwa einen Meter hoch und bildet nach allen Seiten hin gleichmäßig ausgebreitete Halme. Im August entfalten sich die locker überhängenden Blütenrispen, die bis weit in den Winter hinein an der Pflanze erhalten bleiben.

Empfehlenswerte Begleitpflanzen sind Sonnenhutarten (Rudbeckia), Mädesüß (Filipendula) und Blutweiderich (Lythrum salicaria), aber auch die bei Miscanthus genannten Herbstastern. Molinia gedeiht am besten auf einem sonnigen bis halbschattigen Standort und braucht einen tiefgründigen, feuchten Boden.

Beste Pflanzzeit für alle Gräser ist das Frühjahr, weil sie dann noch von der winterlichen Bodenfeuchte zehren und schneller einwurzeln. Trotzdem sind neu gepflanzte Gräser regelmäßig zu wässern und nach dem Einsetzen zurückzuschneiden. Der Nährstoffgehalt des Bodens reicht in der Regel für mehrere Jahre, denn anspruchsvoll sind die Gräser nicht. Wer dennoch gelegentlich düngen möchte, kann das mit gut verrottetem Kompost tun. Auf keinen Fall sollte man den üblichen Rasendünger verwenden, denn der hohe Stickstoffgehalt wirkt sich ungünstig auf die Standfestigkeit der Ziergräser aus. Sind die Gräser zu üppig geworden, teilt man sie Mitte April mit dem Spaten und pflanzt sie schnell wieder ein, denn die feinen Faserwurzeln dürfen nicht trocken werden.

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