Immobilien : Aparte Blütenform

Tellerhortensien sind dekorative Kübel- und Gartenpflanzen

Tassilo Wengel

Hortensien – ob als Kübel- oder Gartenpflanzen – feiern gegenwärtig eine Renaissance. Das Sortiment kennt zwei Blütenformen. Neben den altbekannten, beliebten Garten-Hortensien (Hydrangea macrophylla) mit ballförmigen Blütenständen gibt es die randblütigen Sorten, die so genannten Tellerhortensien. Auffälliges Merkmal dieser Züchtungen sind flach gewölbte Blütenstände, die in der Mitte kleine fertile (fruchtbare) Innenblüten tragen und am Rande von großen sterilen (unfruchtbaren) Schaublüten umgeben sind.

Zu den Sorten, die sich für eine Topf- oder Kübelkultur eignen, gehören Lacecap-Hortensi. Sie stammen von der Garten-Hortensie (Hydrangea macrophylla) ab, die in den japanischen Gebirgswäldern zuhause ist. Einige besondere Tellerhortensien aus Holland sind als Gruppe unter dem Namen „Dutch Ladies“ im Handel und tragen Mädchennamen wie ,Sabrina‘, ,Sonja‘, ,Soraya‘, , Salina‘, ,Sara‘ und ,Sandra‘.

Auch wenn Hortensien als Topfpflanzen angeboten werden, so sind sie keineswegs ideale Zimmerpflanzen. Besser ist es, sie in einen Kübel zu pflanzen und sie ins Freie zu stellen. Sie wollen einen hellen, luftigen und kühlen Platz bei Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius und können vom Frühjahr bis Herbst die Terrasse oder den Balkon schmücken.

In dieser Zeit benötigen sie viel Wasser – das möglichst kalkfrei sein soll – und von März bis September wöchentlich eine Portion Volldünger. Im Winter werfen die Pflanzen die Blätter ab und sollten mindestens für acht Wochen bei fünf und acht Grad Celsius stehen. In dieser Zeit gießt man wenig, lässt aber den Wurzelballen nicht völlig austrocknen. Ab Februar erhöht man die Temperaturen auf 18 bis 20 Grad Celsius, gießt wieder mehr und beginnt mit dem Düngen. Ein Rückschnitt ist jetzt möglich, ein Verpflanzen etwa alle zwei Jahre in saures Substrat sinnvoll.

Wer diese Hortensien ins Freie pflanzen will, sollte beachten, dass nicht alle Sorten hart genug sind, um den Winter ohne Schaden zu überstehen. Als geeignete Sorten gelten zum Beispiel ,Blue Wave‘, ,Lanarth White‘, ,Mariesii‘ oder ,White Wave‘. Besonders in kälteren Gebieten empfiehlt sich dennoch, den Pflanzen einen Winterschutz zu geben, indem der Boden im Wurzelbereich dick mit Laub bedeckt und die gesamte Pflanze in Fichtenreisig eingehüllt wird.

Eine sehr schöne Züchtung für den Garten mit flachen bis leicht gewölbten Blütenständen ist die Samt-Hortensie (Hydrangea aspera ssp. sargentiana). Sie stammt aus der westchinesischen Provinz Hubei und wird etwa drei Meter hoch. Dieser reich verzweigte Strauch ist mit den breiten eiförmigen, bis 25 Zentimeter langen, samtig behaarten Blättern ein Schmuckstück. Im Juli und August erscheinen die bis 15 Zentimeter breiten Blütendolden, bei denen weiße Schaublüten am Rande die zahlreichen kleinen, violetten Innenblüten umgeben.

Ähnlich sind die Blütenstände bei der Rauhen Hortensie (Hydrangea aspera ssp. aspera). Sie hat ihre Heimat von Südwestchina bis zum Himalaja, wo sie in hohen Gebirgslagen wächst. Die Pflanze wird zwei bis drei Meter hoch und ist nur recht sparsam verzweigt. Die Triebe sind grau behaart und tragen schmal eiförmige bis lanzettliche Blätter, die bis 25 Zentimeter lang werden und unterseits wollig behaart sind. Der flach gewölbte Blütenstand erreicht einen Durchmesser bis zu 20 Zentimetern. Er besteht aus blauen fertilen Innenblüten, die von weißblau gefärbten Randblüten umgeben sind.

Beide Hortensien-Züchtungen gedeihen auf einem frischen bis mäßig trockenen, nährstoffreichen Boden, der schwach sauer bis leicht alkalisch ist. Dort entwickeln sie sich allmählich zu exotisch anmutenden Sträuchern, die keinerlei Schnitt benötigen.

Ausgesprochen attraktiv ist die Kletterhortensie (Hydrangea anomala ssp. petiolaris). Sie stammt aus den feuchten Gebirgswäldern von Japan, Südkorea bis Taiwan. Sie kann mit Hilfe ihrer Haftwurzeln an Bäumen oder anderen rauen Unterlagen bis 20 Meter hoch steigen. Die Blätter sind breiten eiförmig bis rundlich, glänzend dunkelgrün und bis etwa zehn Zentimeter lang. Im Herbst färben sie sich auffallend gelb, bevor sie abfallen. Von Juni bis Juli ist diese Kletterpflanze dicht mit flachen, bis 25 Zentimeter breiten Blütenständen bedeckt. Sie bestehen aus kleinen Innenblüten, die von drei Zentimeter breiten, weißen Schaublüten am Rande umgeben sind.

Die Kletterhortensie benötigt einen durchlässigen, aber frischen bis feuchten Boden und gedeiht am besten auf sandig humosem bis kiesig humosem Untergrund. Da sie empfindlich gegen zu hohen Kalkgehalt ist, sollte der pH-Wert sauer bis neutral sein.

Traditionell werden Hortensien durch Absenker vermehrt. Man biegt die Triebe auf den Boden herab, fixiert sie und bedeckt sie nur so viel mit Erde, dass die Triebspitzen frei bleiben. Etwa nach einem Jahr bilden sich Wurzeln, und der Trieb kann von der Pflanze abgetrennt werden.

Produktiver ist die Vermehrung durch Sommerstecklinge. Man schneidet im Juni oder Juli von Trieben Stecklinge, die keine Blütenknospen aufweisen. Dann entfernt man die untersten Blätter und steckt sie in einen sandigen Boden im Garten. Um eine gespannte Luft zu erzielen, stülpt man Gläser über die Stecklinge und hält den Boden feucht. Auch Plastikflaschen, aus denen der Boden herausgeschnitten wurde, eignen sich dafür. Im folgenden Frühjahr können die jungen Pflanzen dann an den vorgesehenen Standort gepflanzt werden. Sie entwickeln sich im Laufe des Sommers zu kräftigen Sträuchern und blühen bald. Stutzt man sie als Jungpflanze, blühen sie etwas später.

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