Immobilien : Apfelbäume mit kleinen Kronen

Sie passen in fast jeden Hausgarten

Tassilo Wengel

Obst aus dem eigenen Garten ist als Vitaminspender immer willkommen, und frisch geerntet ist es besonders vitaminreich. Während sich für Beerenobst selbst in kleinen Gärten meist noch ein Plätzchen findet, reicht die Fläche im Hausgarten für einen großen Apfelbaum seltener aus. Schließlich nehmen diese Bäume nach ein paar Jahren viel Platz ein und beschatten mit der riesigen Krone große Teile des Gartens. Außerdem ist die Menge der auf einmal anfallenden Früchte eher ein Albtraum als ein Genuss, vor allem dann, wenn es sich nicht um haltbare Sorten handelt. Eine vorzügliche Alternative sind Apfelbäume mit kleinen Kronen. Sie lassen sich gut abernten und pflegen, außerdem beanspruchen sie weniger Platz.

Voraussetzung für eine optimale Entwicklung ist in jedem Fall der richtige Standort: Viel Sonne und ausreichende Feuchtigkeit im Boden sind wichtige Faktoren. Das gilt nicht nur für das Wachstum des Baumes, sondern auch für die Größe und das Aroma der Früchte. Optimal ist ein gut durchlüfteter Lehm- bis sandiger Lehmboden mit schwach bis mäßig saurer Bodenreaktion (pH-Wert). Außerdem sollte der Boden zur Bildung von Wurzeln locker bis zu einer Tiefe von etwa 50 Zentimetern sein.

Da Apfelsorten vegetativ durch Okulation (Auge einsetzen) oder durch Pfropfen (Reis einsetzen) auf eine Unterlage vermehrt werden, ist die Unterlage – es gibt sie von schwach bis stark wüchsig – für die Entwicklung des Gehölzes entscheidend. Durch die Wahl dieser Unterlage lässt sich die Größe und die Wuchsstärke des Baumes bestimmen. Um im Hausgarten einen Baum mit kleiner Krone zu erzielen, verwendet man schwach wüchsige Unterlagen, die besonders gekennzeichnet sind, und zwar M 9, M 26, M 27, J 9 oder Pi 80. Beim Kauf von Apfelbäumen wählt man Sorten aus, die auf diesen Unterlagen veredelt sind. Um ein gesundes Wachstum zu erzielen, sollten die angebotenen Bäume den Vermerk virusfrei (vf) oder mindestens als Virus getestet (vt) gekennzeichnet sein.

Neben der Wahl der Unterlage ist der richtige Schnitt besonders wichtig. Hierbei muss man sich auf eine der drei für den Hausgarten geeigneten Kronenformen entscheiden. Man hat die Wahl zwischen Spindelbusch, Schlanker Spindel und Superspindel. Gegenwärtig geht die Tendenz vorzugsweise zur Schlanken Spindel, da sie leicht zu „erziehen“ ist. Voraussetzung ist allerdings, dass der Baum ausreichend Seitentriebe hat und in der Baumschule ungeschnitten erworben wurde. Leider kommt es nicht selten vor, dass im Gartencenter, aber auch in Baumschulen die Triebe der zum Verkauf angebotenen Bäume häufig unnatürlich stark zurückgeschnitten sind. Der Grund ist der bessere Transport und ein möglichst risikoloses Anwachsen der Bäume im Garten. Als Folge dieser Behandlung stellt sich danach ein sehr starkes Triebwachstum ein, das Probleme bei der „Erziehung“ zur Schlanken Spindel bereitet. Deshalb sollte nur ein Baum erworben werden, der reichlich mit Seitentrieben versehen ist, die weder beschädigt noch angeschnitten sind.

Die Schlanke Spindel erreicht man folgendermaßen: Mit drei oder vier an der Kronenbasis ansetzenden und naturgemäß längeren Trieben schafft man durch mehr oder weniger waagerechtes Binden eine unterste Astserie. Die folgenden, sich darüber befindlichen Triebe werden in Abständen von 20 bis 30 Zentimetern schraubenartig um die Mittelachse herum platziert. Betrachtet man die Form des Bäumchens, sollte es einer schlanken Fichte gleichen. Dementsprechend werden die fruchtenden Hölzer immer um die Mittelachse herum angeordnet. Der Baum erreicht in drei bis fünf Jahren seine endgültige Form. Nun kommt es darauf an, dass durch einen behutsamen Schnitt sowie durch waagerechtes Binden der neuen Triebe die Spindelform erhalten bleibt.

Um eine optimale Fruchtqualität zu erreichen, sollte das abgetragene Fruchtholz durch neue Fruchttriebe ersetzt werden. Wichtig sind deshalb die einjährigen, endständige Kurztriebe, die an den zwei- oder mehrjährigen Langtrieben des Baumes wachsen.

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