Immobilien : Aus den Tropen in den Topf

Die Heimat der Korbmarante sind die Regenwälder Süd- und Mittelamerikas. Als Zimmerpflanze ist sie attraktiv, aber anspruchsvoll

Tassilo Wengel

In guten Blumengeschäften und Gartencentern werden Korbmaranten (Calathea) regelmäßig angeboten. Es sind prächtige Blattpflanzen mit elliptischen, ovalen oder lanzettlichen Blättern, die vor allem durch verschiedenartige Zeichnungen auffallen. So attraktiv Zimmerpflanzen sind, in der Kultur bereiten sie wegen der hohen Ansprüche oft Probleme.

Die Gattung Calathea gehört zur Familie der Marantengewächse (Marantaceae). Sie ist mit rund 300 Arten in Süd- und Mittelamerika zu Hause. Dort wachsen die Pflanzen als Kräuter unterschiedlicher Höhe auf dem Boden der Regenwälder. Während die Blätter bei den meisten Gewächsen einen hohen Zierwert haben, sind die ährenförmigen Blütenstände nur bei wenigen Arten auffallend attraktiv. Die Vielfalt und Schönheit der Arten, aber auch mancher Sorten kann man vor allem in Botanischen Gärten bewundern, denn im Handel ist das Angebot in der Hinsicht eher gering.

Am häufigsten wird Calathea makoyana aus Brasilien angeboten, die man auch als Pfauenpflanze bezeichnet. Sie bildet 35 Zentimeter lange ovale Blätter, die fahlgrün bis cremeweiß sind. Entlang der Adern und an den Rändern fällt eine braun-oliv bis dunkelgrüne Zeichnung auf.

Wie der Name schon sagt, ist die Prachtmarante (Calathea majestica) eine majestätische Erscheinung. Sie stammt aus Kolumbien und den Regenwäldern der angrenzenden Länder und hat aufrecht stehende, ovale bis oval-lanzettliche Blätter. Die Pflanze wächst recht kräftig und kann in ihrer Heimat annähernd einen Meter hoch werden. Bei Zimmerkultur ist eine Höhe von etwa 60 Zentimetern zu erwarten. Die Oberseite der Blätter ist im Grunde glänzend grün und die Unterseite purpurrot. Während die jungen Blätter dieser Art durch rosafarbene Streifen auffallen, sind die Streifen bei älteren Pflanzen mehr elfenbeinfarben. Von dieser Art gibt es einige schöne Sorten, von denen ,Albolineata‘ schmale weiße und ,Roseolineata‘ schmale rosafarbene Linien entlang der Adern hat.

Aus Brasilien stammt auch die Silbermarante (Calathea picturata) mit elliptischen, dunkelgrünen Blättern, die von weißen Streifen entlang der Mittelrippe und am Rand geziert sind. Mehr blaugrüne Blätter mit silberweißer, federartiger Mittelzone hat die attraktive Sorte ,Argentea‘, ähnlich ist auch die Sorte ,Vandenheckel‘ gezeichnet.

Durch sehr schmale Blätter fällt die Lanzenblättrige Marante (Calathea lancifolia) auf. Sie wird auch Klapperschlangenpflanze genannt. Die hellgrünen Blätter sind leicht gewellt und etwa 30 Zentimeter lang. Sie zeigen eine dunkelgrüne Zeichnung in Form von großen und kleinen Flecken beiderseits der Mittelrippe. Zweifarbig sind die Blätter der Zebra-Marante (Calathea zebrina). Die Oberseite ist hellgrün mit dunkelgrüner Zeichnung, die Unterseite purpurrot. In ihrer brasilianischen Heimat wird sie etwa 50 Zentimeter hoch, als Zimmerpflanze wächst sie allerdings meist niedriger.

Vor allem wegen ihrer schönen Blüten wird die safranfarbige Korbmarante (Calathea crocata) kultiviert, wobei die dunkelgrünen Blätter, die einen violetten Schimmer aufweisen, nicht unattraktiv sind. Die Blüten erscheinen vorzugsweise im Januar und Februar, sind in kopfförmigen, spiralig angeordneten Blütenständen vereint und fallen vor allem durch die intensiv orangegelben Deckblätter auf.

Da alle genannten Korbmaranten im warmfeuchten Regenwald vorkommen, benötigen sie im Zimmer einen hellen Platz, sollten aber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein. Nur von Oktober bis Februar gedeihen sie bei vollem Licht besser, da die Lichtintensität in dieser Zeit ohnehin gering ist. Im Sommer reichen normale Zimmertemperaturen aus, im Winter sind Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius optimal.

Da Korbmaranten keine trockene Zimmerluft mögen, kultiviert man sie am besten in einem Blumenfenster, in Pflanzenvitrinen oder im warmen Wintergarten. Allerdings lassen sie sich auch auf dem Fensterbrett oder anderen hellen Plätzen im Zimmer über längere Zeit am Leben halten, wenn sich im Übertopf ständig Wasser befindet. Die aufsteigende Feuchtigkeit schafft ein günstiges Mikroklima. Damit die Wurzeln nicht unter Staunässe leiden, sollte man den Boden im Übertopf mit einer Schicht Kies bedecken, auf der die Pflanze steht. Regelmäßiges Besprühen mit kalkfreiem Wasser, fördert die Entwicklung zusätzlich. Von Frühjahr bis Herbst verabreicht man alle zwei bis drei Wochen eine schwache Gabe Volldünger (etwa ein Gramm pro Liter Wasser).

Verpflanzt wird im späten Frühjahr oder im Sommer in ein humoses, durchlässiges Substrat. Am besten eignet sich Einheitserde, Torfkultursubstrate (TKS) oder Substrate aus Weißtorf, die mit Styromull oder Perliten angereichert wurden. Bei dieser Gelegenheit kann auch die Vermehrung erfolgen, da sich die Pflanzen in der Regel mit zunehmendem Alter verzweigen.

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