Immobilien : Aus schlechten Nachrichten werden gute Viele Experten erwarten gutes Immobilienjahr

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Die Nachrichten für künftige Bauherren und Wohnungskäufer klingen schlecht: Die Eigenheimzulage gibt es seit Jahresbeginn nicht mehr und die Leitzinsen bewegen sich seit langem erstmals wieder nach oben. Ihren Wunsch nach dem eigenen Zuhause wollen viele Deutsche nach Meinung von Experten trotzdem nicht aufgeben. Ganz im Gegenteil: Viele werden in den kommenden Jahren erst recht Immobilien bauen und kaufen. „Die Nachfrage wird zunehmen“, sagt Erich Gluch, Experte für Bau- und Immobilienwirtschaft beim ifo Institut.

Selbst die kürzliche Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank bewertet Gluch positiv, obwohl einige Experten sie als Vorbote für höhere Bauzinsen interpretieren. „Falls es demnächst zu weiteren Zinsschritten nach oben käme, wäre das ein Stimulator für die Nachfrage.“ Erstmals seit Jahren steigende Zinsen signalisierten den Bauwilligen, dass es Zeit zu handeln sei. „Die Kunden hatten sich ja geradezu an die historisch niedrigen Zinsen gewöhnt“, sagt Uwe Kirchner von der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank (DG Hyp).

Ifo-Mann Gluch sieht auch im Wegfall der Eigenheimzulage kein Drama – diese politische Entscheidung führe nämlich zu sinkenden Baupreisen. „Es war schon immer so, dass die staatliche Förderung auf den Preis aufgeschlagen wurde“, sagt Gluch. Die Unternehmen hätten die Bauzulage in ihren Angeboten praktisch eingepreist.

Selbst die Erhöhung der Mehrwertsteuer Anfang 2007 macht der Branche Hoffnung. „Das bringt uns 2006 einen deutlichen Vorzieheffekt“, sagt Achim Hannott vom Bundesverband Deutscher Fertigbau. Die daraus resultierende höhere Nachfrage wirke sich positiv auf die Konjunktur aus und somit auch auf das zukünftige Geschäft. So müsse man dann auch für 2007 nichts Schlimmes fürchten, sagt Hannott. Ähnlich sieht es Walter Weiler, Chefmathematiker bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall: „Letztlich zählt die wirtschaftliche Entwicklung – und da geht es derzeit nach oben.“

Eine der wenigen pessimistischen Stimmen kommt von Karl Robl, dem Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, kritisiert insbesondere, dass die staatliche Förderung für Eigenheime gestrichen wurde. Ähnliches gilt seiner Meinung nach für steigende Zinsen: Schon die Erhöhung um einen Prozentpunkt erhöhe die Baukosten um zehn Prozent. Und ein Vorzieheffekt wegen der Mehrwertsteuer bedeute, so Robl skeptisch, „dass sich 2007 die Auftragslage verschlechtert“. dpa

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