Immobilien : Bangen um die Subventionen für Sanierung Zinssubventionen der KfW auf dem Prüfstand

Christian Hunziker

Subventionierte Kredite in Höhe von rund zwölf Milliarden Euro hat die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau 2004 zur Förderung von Maßnahmen zur CO2-Minimierung an Bauherren vergeben. Auch in diesem Jahr gibt es diese KfW-Programme (CO2-Gebäudesanierung, Wohnraummodernisierung und Ökologisch Bauen). Franziska Eichstädt-Bohlig, wohnungspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, bezweifelt jedoch, ob dies auch 2006 noch der Fall sein wird. Die Zukunft der Sanierungsförderung zählte zu den wichtigsten Themen des Expertengesprächs der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Derzeit seien für 2006 „null Euro“ an entsprechenden Bundeszuschüssen gesichert, sagte Eichstädt-Bohlig im Bundestag. Allerdings hatte der Haushaltsausschuss auch 2004 erst im November 160 Millionen Euro in den Etat des Bundesbauministeriums eingestellt und damit die Fortführung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms ermöglicht.

Franziska Eichstädt-Bohlig zufolge stehen derzeit auch eine Vielzahl bestehender Steuersubventionen auf dem Prüfstand. Deshalb seien Forderungen der Bauwirtschaft nach neuen Steuervorteilen für Energie sparende Baumaßnahmen an Wohngebäuden „finanzpolitisch nicht durchsetzbar“. Vertreter der Bauwirtschaft hatten sich bei der Veranstatlung dafür ausgesprochen. Steuerliche Förderungen würden die Anreize für diese Maßnahmen erhöhen und gleichzeitig Schwarzarbeit bekämpfen, so Heinrich-Hermann Schulte, Geschäftsführer der BBT Thermotechnik. Ingrid Matthäus-Maier, Vorstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), verteidigte die derzeitigen Fördermechanismen, die auf vergünstigten Darlehen basieren.

Bei einer forcierten Förderung Energie sparender Baumaßnahmen ließe sich laut Manfred Kleemann vom Forschungszentrum Jülich der CO2-Ausstoß der Haushalte von derzeit jährlich 125 Millionen Tonnen auf 120 Millionen Tonnen bis 2008 reduzieren. Neben Förderungen sei dazu eine bessere Information nötig. Gegenwärtig verzichteten Bauherren bei zwei Drittel aller Fassadenmodernisierungen auf eine Dämmung und auf die daraus resultierende Energieeinsparung.

Eine größere Sensibilität der Wohnungseigentümer und -mieter in Sachen Energieverbrauch versprechen sich die Fachleute vom Energiepass. Dieser soll den Energieverbrauch von Wohnungen abbilden. Aufgrund einer EU-Richtlinie muss er 2006 eingeführt sein. „Es ist verwunderlich, dass auf jedem Haushaltsgegenstand die Energieeffizienzklasse angegeben ist, aber nicht bei Immobilien“, sagte Bundesbauminister Manfred Stolpe auf der Tagung.

Eine Mehrheit der Experten sprach sich für den „ bedarfsorientierten Energiepass“ aus. Dieser leitet den Verbrauch aus Bausubstanz und Heizungstechnik ab. Dagegen bevorzugt die Wohnungswirtschaft einen „verbrauchsorientierten Pass“. Darin wird der Energieverbrauch früherer Wohnungsnutzer eingetragen. Einigkeit herrschte darüber, dass der Energieverbrauch künftig ein wichtiges Kriterium bei der Wohnungswahl wird. „In fünf Jahren“, so Franz-Georg Rips, Direktor des Deutschen Mieterbundes, „wird es keine Wohnungsanzeige ohne Angaben zum Energieverbrauch mehr geben.“

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