Bauprojekt in Mitte : „Secret Garden“ soll nach dem Winter neu erblühen

Im September 2012 wurde das neue Projekt in der Gartenstraße in Mitte der Öffentlichkeit präsentiert. Nun ist die Fertigstellung für den Sommer 2015 geplant.

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Gegenwart. Die Ruine des ehemaligen Ballhauses "Kolibri-Festsäle" in Mitte.
Gegenwart. Die Ruine des ehemaligen Ballhauses "Kolibri-Festsäle" in Mitte.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die Ruine des alten Ballhauses „Kolibri-Festsäle“ in der Gartenstraße in Mitte soll zu einer neuen „Location“ gemacht werden. Für die Ausbaupläne wurde die Berliner Moritz Gruppe jetzt zum zweiten Mal in Folge nach 2013 mit dem European Property Award ausgezeichnet.

Dirk Moritz, Gründer und Geschäftsführer der gleichnamigen GmbH, hatte das Ensemble im November 2008 durch Zufall im Hinterhof der Gartenstraße 6 direkt neben dem Stadtbad Mitte entdeckt – ein fast 80 Jahre lang unbeachtetes ehemaliges Varietétheater und Ballhaus. Die verwahrlosten Räumlichkeiten wurden im Sommer 2011 wieder zugänglich gemacht: Der Charme der alten Säle unter den gewölbten Decken ist noch heute zu spüren. Der Öffentlichkeit wurde die Ruine unter dem Projektnamen „Secret Garden“ im September 2012 präsentiert.

Weil das Gebäude nicht in seinem Urzustand eines Ballhauses erhalten werden kann, soll es in Zukunft für eine gemischte Nutzung hergerichtet werden. Der historische Baustil soll kombiniert werden mit Wohnen, Kultur, Events und Genuss. Die zukünftige Nutzung zeigt, dass das Haus auch weiterhin als Ort öffentlichen Lebens zu sehen ist. Im September wurde es allerdings zunächst für die Sanierungsarbeiten geschlossen.

„On top“ soll ein modernes Penthouse entstehen – voraussichtlich für den Eigentümer Moritz und seine Familie. Es wird an die Stelle der zerstörten Dachkonstruktion treten und soll mit seiner offenen Glasfassade einen reizvollen Kontrast zur begrünten Hof- und Fassadengestaltung setzen.

Zukunft. Neu zu gestaltende sechs Meter hohe Süd-Fenster sollen markante Aus- und Ansichtspunkte werden.
Zukunft. Neu zu gestaltende sechs Meter hohe Süd-Fenster sollen markante Aus- und Ansichtspunkte werden.Grafik: Moritz Gruppe

Das Erdgeschoss soll rund 200 qm Gestaltungsspielräume bieten – zum Arbeiten und Ausstellen. Das erste Obergeschoss mit zirka 225 qm soll künftig mit seinen vier Meter hohen Räumen Ateliers, Wohn- oder Gewerbeflächen Platz bieten. Das zweite Obergeschoss mit seinem Theaterraum von zirka 300 Quadratmetern soll flexibel genutzt werden.

Das Projekt ist aufgrund seiner Geschichte und der Tatsache, dass es für solch lange Zeit unentdeckt blieb, eine Besonderheit in der Immobilien-Welt. Weil alle ursprünglichen Bauunterlagen infolge von Kriegseinwirkungen fehlen, mussten alle Konstruktionselemente, wie Decken- und Fußbodenbeschaffenheit einschließlich Keller- und Mauerwerk, noch einmal wie zu Zeiten der Erbauung vollständig neu aufgemessen werden. Für die Bauantragsgenehmigung arbeitete das Berliner Architekturbüro Kay Wieland; die Fertigstellung ist für den Sommer 2015 geplant.

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