Immobilien : Bausparverträge steuerlich abzugsfähig

BFH-Urteil: Bei Immobilienfinanzierungen zählt Abschlussgebühr zu den Werbungskosten

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Der Bundesfinanzhof (BFH) stellt in einem kürzlich veröffentlichten Urteil vom 1.Oktober 2002 (Az. IXR 12/00) klar, dass die Abschlussgebühr eines Bausparvertrages als Werbungskosten abziehbar ist. Dies gelte auch dann, wenn der Bausparvertrag zur Ablösung eines Darlehens dient und bereits bei Vertragsabschluss nur zur Finanzierung einer vermieteten Immobilie dienen sollte.

Hintergrund des Urteils war die Klage eines Immobilienkäufers. Dieser hatte zur Finanzierung des später vermieteten Mehrfamilienhauses einen Kredit aufgenommen und statt die Schulden in Monatsraten regelmäßig zu tilgen, einen Bausparvertrag abgeschlossen. Diese Finanzierungsstrategie ist üblich bei Erwerbern von vermieteten Immobilien, weil sie dadurch weniger Steuern zahlen. Denn bis zur Auszahlung des Bausparvertrages kann der Schuldner die Kreditzinsen in voller Höhe von seinem zu versteuernden Einkommen abziehen. Dies ist nicht der Fall, wenn er einen Kredit mit Tilgungsanteil abschließt. Hier senkt er durch regelmäßige Rückzahlungen die Höhe seiner Schuldzinsen und kann daher immer weniger Kosten beim Fiskus geltend machen. Im vorliegenden Fall setzte der Vermieter die für den Abschluss des Bausparvertrages angefallene Gebühr in seiner Einkommensteuererklärung bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung als Werbungskosten an neben der ohnedies zulässigen Werbungskostenpauschale. Doch das Finanzamt lehnte eine Anrechnung dieser Kosten ab.

Diese Entscheidung ließen die Richter nicht gelten. Sie folgten vielmehr der Rechtsauffassung des Vermieters und ließen den Abzug der Abschlussgebühr zu. Diese sei steuerlich wie Schuldzinsen zu behandeln und könne neben der Werbungskostenpauschale von dem zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Mit seinem Urteil legt der BFH den Begriff der Schuldzinsen weit aus: Dabei handle es sich um alle Aufwendungen zur Erlangung und zur Sicherung eines Kredites. Daher seien Nebenkosten der Darlehensaufnahme als Schuldzinsen anzusehen. Jedoch dürfe der abgeschlossene Bausparvertrag nur zur Erlangung der Baufinanzierung verwendet werden. ball

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