Immobilien : Bauverträge sind oft mangelhaft

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Etwa zwei Drittel aller Bauverträge haben „eklatante Mängel“. Dies meldet der Verband privater Bauherren. Die hohe Zahl mangelhafter Bauverträge hat der Verein im Rahmen einer bundesweiten Umfrage unter den 46 regionalen Beratungsbüros ermittelt. Mängel in Bauverträgen haben für den Auftraggeber gravierende Folgen, weil sie im Streitfall die Ausführung vereinbarter Leistungen oft gar nicht oder nur zu Teilen einklagen können. Nach Angaben des Verbandes fehlten bei 65 Prozent der bautechnisch geprüften Angebote wichtige Leistungen. Zudem seien die Planungsleistungen oft vage formuliert. Diese Fehler hätten dazu geführt, dass die Firmen von ihren Auftraggebern während der Errichtung der Gebäude „enorme Nachzahlungen“ verlangen konnten. Im Schnitt habe sich der Schaden aufgrund der Mängel in den Baubeschreibungen auf rund 28000 Euro belaufen.

Viele Verträge böten außerdem keine ausreichende Absicherung gegen Nachlässigkeiten oder Fehler von Handwerkern. Wer ein Haus errichten lässt, bezahlt die erbrachten Leistungen in Raten. Diese muss der Auftraggeber nach Baufortschritt den Handwerksfirmen bezahlen. Bei Mängeln oder Bauschäden kann der Auftraggeber einen Teil der entsprechenden Rate einbehalten, bis die Fehler behoben sind. Doch diese Absicherung wird nach Verbandserfahrungen oft dadurch ausgehebelt, dass die Bauverträge zu üppig bemessene Raten vorsehen. Die Folge: Die bauausführenden Firmen nehmen die finanziellen Abzüge in Kauf – um die Bauschäden nicht beseitigen zu müssen. Gravierendere Folgen haben die überhöhten Abschlagszahlungen im Falle einer Insolvenz der Baufirma. Dann ist das zu viel bezahlte Geld in aller Regel verloren. ball

Die Betreuung privater Bauherren bieten der Verband privater Bauherren (Telefon: 06257 / 507990), der Technische ÜberwachungsVerein (Telefon:0221 / 8060) sowie der Verein „Wohnen im Eigentum“ (Telefon: 0228 / 7215861) an.

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