Belüftung : Wenn im Keller leichter Nebel aufzieht

Was ist zu tun, wenn aus unerfindlichen Gründen ein feuchtes Raumklima entsteht?

WAS STEHT INS HAUS?

Wir bewohnen ein Einfamilienhaus, das vor 20 Jahren errichtet wurde. Unseren Keller nutzen wir sehr vielseitig, mit Hobbyraum, Waschküche und Vorratslager. In manchen Monaten ist der Keller besonders muffig, so dass wir bereits Feuchtigkeitsuntersuchungen haben durchführen lassen. Der Keller wurde damals mit Bitumenbahnen abgedichtet. Die Feuchtigkeitsmessungen ergaben keine Hinweise darauf, dass die Abdichtung undicht ist. Obwohl es trocken ist, haben wir zeitweise einen muffigen Kellergeruch. Was ist die Ursache und wie kann Abhilfe geschaffen werden?

WAS STEHT IM GESETZ?

Bis auf wenige Ausnahmen befinden sich in Einfamilienhauskellern in baurechtlicher Hinsicht Nebenräume. Diese Räume dienen dann nicht dem ständigen Aufenthalt von Personen. Liegt darüber hinaus die Unterkellerung außerhalb der sogenannten wärmegedämmten Umfassungskonstruktion des Gebäudes, gibt es keine raumklimatischen Vorschriften oder technischen Regeln, die für das Raumklima einzuhalten wären. Werden Kellerräume als Waschküche oder gar zu wohnähnlichen Zwecken genutzt, wird Feuchtigkeit produziert, die nur eingeschränkt über natürliche Belüftung abgeführt werden kann. Ist die Kellerluft feuchtegesättigt, nehmen Baukonstruktion und Einrichtungsgegenstände Feuchteanteile auf. Zeitweise bildet sich Tauwasser, auch auf Innenoberflächen der Kelleraußenwände, selbst wenn auf der Außenseite noch eine Wärmedämmung angebracht sein sollte. Dieser Effekt tritt dadurch auf, dass auch in den Sommermonaten die Erdstofftemperatur je nach Erdeinbindung des Kellers etwa 6 bis 12 Grad beträgt und diese Räume i. d. R. nicht beheizt werden. Auch ohne Fehlstellen in der Kellerabdichtung entsteht durch solche Feuchteprozesse ein muffiges Raumklima. Das einfachste Mittel, um Abhilfe zu schaffen, nämlich zu lüften, hilft dabei auch nicht immer, da gerade an sehr feuchten und warmen Sommertagen einströmende Außenluft dann in erhöhtem Maße an den wesentlich kälteren Wand- und Deckenflächen Tauwasser hervorrufen kann.

UND WIE STEHEN SIE DAZU?

Bei höherwertig genutzten Kellerräumen reicht eine natürliche Belüftung über die Kellerfenster in der Regel nicht aus, auch wenn die Fenster über Terrain liegen. Die Installation einer zeitweise zuschaltbaren, mechanischen Be- und Entlüftungsanlage ist sinnvoll, um eine Mindestluftwechselzahl zu erreichen, die auch üblicherweise bei Wohnräumen einzuhalten ist. Man sollte es vermeiden, den Keller während schwüler Witterung zu lüften, weil nur ein Luftaustausch, jedoch keine Entfeuchtung bewirkt wird. Bei solcher Witterung ist es problematisch, nutzungsbedingte Feuchte abzuführen. Die Nutzungsfähigkeit solcher Räume erreicht somit ihre Grenze. Um Tauwasserbildung auf den Kellerwänden zu vermeiden, müssten für Wohnzwecke genutzte Kellerräume auch im Sommer zeitweise beheizt werden. Aber wer will das schon?

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