Immobilien : Berlin bietet billige Bauten

Makler: Mitten in der Stadt gibt es neue Bürohäuser zu Spottpreisen

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Eigentümer und Vermieter von Bürohäusern in Berlin haben es angesichts sinkender Mietpreise bei zugleich wachsendem Angebot an Gewerbeflächen schwer. Dies geht aus einer Studie der Makler von DTZ hervor.

Demnach verfügt die Hauptstadt mit 16,6 Millionen Quadratmetern über das bundesweit größte Angebot an Büroflächen und 8,1 Prozent dieser Flächen stehen leer. Im Unterschied zu Frankfurt am Main und München liegt ein großer Teil dieser verfügbaren Flächen in neuen oder mit höchstens fünf Jahren neuwertigen Bürohäusern (60 Prozent). Zudem befinden sich fast die Hälfte der leer stehenden Neubauten in den zwei Zentren der Stadt (546000 Quadratmeter).

Die Folge dieses großen Angebots sind günstige Mietpreise: Durchschnittlich mussten Mieter 2002 nach DTZAngaben 14 Euro pro Quadratmeter und Monat für Büroflächen bezahlen. Anfang 2003 seien die Preise weiter gefallen, um zehn Prozent bei Büroflächen mittlerer Qualität in dezentralen Lagen und um rund 20 Prozent bei Spitzenimmobilien in besten Citylagen.

Der scharfe Wettbewerb um die vergleichsweise wenigen Mieter werde zusätzlich durch ein großes Angebot an Untermietflächen erhöht. So bieten viele Unternehmen, die lange Mietverträgen abgeschlossen hatten, Teile dieser Flächen an Dritte zu subventionierten Preisen an. Hintergrund: Viele Unternehmen der Internet- und Werbewirtschaft hatten in der Hoffnung eines expandierenden Marktes zu optimistisch in die Zukunft geschaut und mussten nach der Baisse an der Börse einen Teil ihrer Gewerbeflächen wieder abgeben, um Kosten zu sparen. Da Gewerbemietverträge nicht vorzeitig kündbar ist, sparen Firmen durch Untermieter zumindest einen Teil der Bürokosten.

Eine Entwarnung am Markt für Gewerbeimmobilien wird es in diesem Jahr nach Angaben der Makler nicht geben. Im Gegenteil. Derzeit befinden sich nach Ermittlungen von DTZ Flächen mit insgesamt 505000 Quadratmetern in Bau. Der Großteil davon, rund 360000 Quadratmeter, würden noch in diesem Jahr bezugsfertig. Das seien 20000 Quadratmeter mehr, als Eigentümer im vergangenen Jahr in der Stadt insgesamt vermietet hätten.

Da die Makler aufgrund der schwierigen konjunkturellen Lage in Deutschland und der stagnierenden Wirtschaftsleistung Berlins in 2003 keine größere Nachfrage erwarten, sei von einem weiteren Anstieg der Leerstandsquote auszugehen. Bereits 2002 seien nur ganz wenige neue Unternehmen aus dem Bundesgebiet nach Berlin umgezogen. Der größte Teil der Nachfragen sei von Berliner Firmen gekommen, die durch den Wechsel ihrer Büroadresse Kosten sparen. ball

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