Immobilien : Berlin ist die Hauptstadt institutioneller Anleger

TLG Immobilien legt Marktbericht 2012 vor.

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Zwei Drittel aller Investments in Wohnimmobilien in Deutschland entfielen 2011 auf Berlin. Damit ist die Hauptstadt zugleich weltweit eine der Hauptstädte für Investoren. Dies geht aus dem Report „Immobilienmarkt Ostdeutschland 2012“ hervor, den die TLG Immobilien am Donnerstag veröffentlichte. Danach investierten institutionelle Anleger 2011 in Deutschland rund 6,2 Milliarden Euro; mehr als zwei Drittel (2,3 Milliarden Euro) wurden in Berlin platziert.

Die ehemalige Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft dokumentiert und analysiert seit 1993 die Situation in den neuen Bundesländern und der Bundeshauptstadt Berlin. Grundlage des Berichts 2012 ist die Analyse von rund 2000 internen und externen Daten der 22 großen ostdeutschen Städte sowie Berlins. Der Marktbericht gibt Auskunft über Preise für Wohnbauland, Eigenheime und Eigentumswohnungen und Wohnungsmieten wie auch über Bodenpreise für gewerbliche Bauflächen sowie Büro- und Einzelhandelsmieten.

Für Eigentumswohnungen in neu errichteten Mehrfamilienhäusern müssen den Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahr sowohl im Ost- wie auch im Westteil und auch in allen Lagen höhere Preise gezahlt werden. In guten bis sehr guten Lagen müssen im Ostteil Berlins zwischen 2100 und 6400 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden, im Westteil sind es zwischen 2600 und 6100 Euro. Nach Angaben der TLG wurden im Jahr 2011 in Berlin Baugenehmigungen für 5604 Wohnungen erteilt – das entspricht einem Plus von 44,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2010. Der Neubau konzentrierte sich auf die höherpreisigen Marktsegmente, in denen Mieten von mindestens 9 Euro pro Quadratmeter möglich sind. Die Investitionsbank Berlin (IBB) hat errechnet, dass statt 6000 gut doppelt so viele Wohnungen neu geschaffen werden müssten, um den Anstieg der Mieten zu begrenzen.

Doppelhaushälften kosten im Westteil der Stadt mittlerweile bis zu 480 000 Euro, im Osten bis 250 000 Euro. Reihenhäuser erzielen im Westen bis 380 000 Euro und im Ostteil bis zu 240 000 Euro.

Das im Bundesvergleich überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum steigert in Berlin auch die Nachfrage nach Büros und Einzelhandelsflächen. Die Mietpreise für Büros präsentieren sich stabil oder steigend. In Citylagen erreichen sie jetzt bis zu 20 Euro/m² (Vorjahr 18,50€/m²). Die Spitzenmiete für 1-ABürolagen liegt unverändert bei 22 Euro/m². Beeindruckend ist, dass die Mieten für Einzelhandelsflächen nochmals anziehen konnten. Für kleinere Flächen in mittlerer Lage werden jetzt im Ostteil bis 140 Euro/m² und im Westteil bis zu 160 Euro/m² verlangt. Für größere Flächen in der Spitze bis 150 Euro/m².

Profiteurin der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung in der Region ist Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam. Die Analyse der Wohnungsmieten schließlich zeigt einen Anstieg bei Alt- und Neubauten. Potsdam ist das teuerste Pflaster außerhalb Berlins. Wer hier Wohnraum im modernisierten Altbau anmieten will, muss bis zu 10,00 Euro/m² zahlen. „Damit hat sich die Spitzenmiete innerhalb eines Jahres um 20 Prozent gesteigert“, erklärt TLG-Geschäftsführer Niclas Karoff. Etwas geringer fiel der Aufwärtstrend mit 6,00-10,50 Euro/m² für Neubauten aus. Nach Potsdam liegen die Mieten am höchsten in Rostock (modernisierter Altbau bis zu 9,00 Euro/m²; Neubau bis zu 10,00 Euro/m²).

Für Eigenheime werden in Potsdam die höchsten Preise verlangt. Für frei stehende Häuser sind es bis zu 650 000 Euro und für Reihenhäuser beziehungsweise Doppelhaushälften bis zu 350 000 Euro. Bei den frei stehenden Einfamilienhäusern folgen Dresden und Jena auf den Plätzen zwei und drei. Reinhart Bünger

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