Berliner Quartiere (7): Zehlendorf : Geschichte und Gebäude

Vom Stopp zwischen den Schlössern zum zehnten Bezirk.

Das ehemalige Postamt Martin-Buber-Straße.
Das ehemalige Postamt Martin-Buber-Straße.Foto: Copro

DIE ANFÄNGE

Zehlendorf wurde erstmals 1242 urkundlich erwähnt. An Bedeutung gewann das kleine Dorf, als die Hohenzollern in Potsdam eine zweite Residenz errichteten – Zehlendorf lag jetzt zwischen den beiden Schlössern. Einen weiteren Aufschwung brachte der Bau der ersten preußischen Eisenbahnlinie 1838, die von Berlin nach Potsdam führte und in Zehlendorf haltmachte.

1920 wurde Zehlendorf als zehnter Berliner Verwaltungsbezirk gebildet. Dazu gehörten auch Wannsee, Nikolassee, Dahlem, Kleinglienicke, die Pfaueninsel und der nördliche Potsdamer Forst; später kamen Schwanenwerder und das Gut Düppel hinzu. Im Zuge der Bezirksreform fusionierte Zehlendorf 2001 mit Steglitz zum neuen Großbezirk Steglitz-Zehlendorf.

GARTENSTADT ZEHLENDORF

Zwischen 1913 und 1930 entstand an der Berlepschstraße eine der ersten Siedlungen im Berliner Raum, die sich an der englischen Gartenstadtbewegung orientierten. Entworfen wurde sie von den Architekten Paul Mebes und Paul Emmerich sowie Franz Tonndorf für den Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin und die Wohnstätten GmbH.

„PAPAGEIENSIEDLUNG“

Die Siedlung in der Onkel-Tom- Straße und der Riemeisterstraße – wegen ihrer kräftigen Farbgebung gern „Papageiensiedlung“ genannt – wurde

zwischen 1926 und 1932 im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft Gehag von den Architekten Bruno Taut, Hugo Häring und Otto Rudolf Salviserg errichtet. Seit 1995 steht sie unter Denkmalschutz.

MEXIKOPLATZ
So einen edlen Schmuckplatz gibt es wohl nur in Zehlendorf. Angelegt wurde er zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Bahnhofsvorplatz; die Eisenbahnlinie Berlin–Potsdam hielt hier. Beeindruckend sind das Bahnhofsgebäude im Jugendstil und die den Platz umgebenden Häuser mit Landhausfassaden.

STUDENTENDORF SCHLACHTENSEE

Die mit rund 860 Plätzen ungewöhnlich große Studentenwohnanlage in der Wasgenstraße wurde zwischen 1959 und 1964 gebaut. Seit einigen Jahren werden die 28 Häuser auf dem über fünf Hektar großen Areal nach und nach saniert – der drohende Abriss konnte

damit verhindert werden. ch

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