Immobilien : Berliner Tagesspiegel

Kurz notiert vom 27.April 1997 Erster Mietspiegel für Ost-Berlin Von Juli an entfällt bei Neuvermietungen in Ost-Berlin die bisherige Regelung, daß sich die neue Miete gegenüber der zuvor für die Wohnung gezahlten nur um maximal 15 Prozent erhöhen darf.Ende des Jahres laufen zudem die Sonderregelungen des Mietenüberleitungsgesetzes aus.Deshalb wird in den nächsten Monaten der erste Mietspiegel für Ost-Berlin erstellt, also eine Tabelle, an der sich ablesen läßt, wie hoch durchschnittlich die Mieten in den Bezirken und Stadtteilen sind.Der Mietspiegel wird unter anderem künftig bei Neuabschluß eines Mietvertrages dazu dienen, die "ortsübliche Vergleichsmiete" zu ermitteln.In den jetzt von Mieter- und Vermieterverbänden verteilten Fragebögen wird unter anderem gefragt, wie alt das Haus und wie groß die Wohnung ist und welche Miete man derzeit zahlt.Desweiteren wird um Auskunft hinsichtlich der Betriebskosten, Ausstattung der Räume und Mieterhöhungen gebeten.Gefragt sind allerdings nur Mieter in Häusern, die vor dem 3.Oktober 1990 im Bau oder schon bezugsfertig waren.Ausgenommen sind beispielsweise Sozialwohnungen, möblierte Wohnungen und solche des Zweiten Förderweges sowie Heimbewohner und Mieter von Werkswohnungen.Die Verbände und der Senat rufen dazu auf, daß sich möglichst viele Mieter an der Befragung beteiligen.Je mehr Wohnungsdaten verwertet werden, desto aussagekräftiger ist der Mietspiegel als Orientierungsrahmen für Mieter und Vermieter bei künftigen Mieterhöhungen.Von 1998 an wird er auch für die weitere Mietpreisentwicklung fast aller Wohnungen in den östlichen Bezirken Berlins und West-Staakens entscheidend sein.alo Overhead-Folien Komplizierte Sachverhalte lassen sich in Vorträgen oftmals mit Overhaead-Folien übersichtlich und einfach darstellen.Der Deutsche Mieterbund hat nunmehr vierfarbige Folien zu den Themenbereichen Nebenkosten (fünf) und Wohnungsbau (sechs) angefertigt.Die Folien können zum Stückpreis von fünf Mark zuzüglich Mehrwertsteuer angefordert werden, und zwar beim DMB-Verlag, 50926 Köln.alo Kündigungsschutz Der Kündigungsschutz ist nach Darstellung des Staatssekretärs im Bundesjustizministerium, Rainer Funke (FDP) "kein Thema".Je nach Dauer des Mietverhältnisses sollten allerdings die Kündigungsfristen auf drei oder sechs Monate festgelegt werden.Kürzere Kündigungsfristen für Mieter solle es nicht geben.Der Deutsche Mieterbund hatte gefordert, die gesetzlich festgelegte Kündigungsfrist für Mieter generell auf drei Monate zu verkürzen.alo Wohnungsleerstand in den östlichen Bundesländern Von 336 331 Wohnungen im Brandenburger Teil des sogenannten engeren wirtschaftlichen Verpflechtungsraums rund um Berlin standen nach den Ergebnissen der Wohn- und Gebäudezählung im September 1995 insgesamt 15 724 Wohnungen (4,7 Prozent) leer.Die Gründe: 952 Wohnungen (0,28 Prozent) waren noch nicht bezogener Neubau, in 1416 (0,42 Prozent) wechselte der Wohnungsnutzer, 3016 Wohnungen (0,9 Prozent) wurden umgebaut oder modernisiert, bei 3152 (0,94 Prozent) bestehen schwerwiegende Mängel und 706 Wohnungen (0,21 Prozent) waren für den Abriß vorgesehen.Bei den restlichen 6482 Wohnungen (1,93 Prozent) waren die Gründe des Leerstandes nicht zu ermitteln.Das geht aus der Antwort der Brandenburger Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Anita Tack (PDS) hervor. Nach einer Mitteilung des Bundesbauministerium stehen in den neuen Ländern und Ost-Berlin insgesamt 456 000 der 7,1 Millionen Wohnungen leer (6,6 Prozent).Ohne Ost-Berlin seien es 430 000 Wohnungen (6,9 Prozent).Rund drei Viertel des Leerstandes seien auf laufende oder geplante Baumaßnahmen oder auf erhebliche Gebäudemängel zurückzuführen.Ohne die nur kurzfristig wegen Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen nicht vermieteten Wohnungen betrage der Wohnungsleerstand 4,9 Prozent.Der Anteil vermietbarer, aber trotzdem längere Zeit leerstehender Wohnungen ("harter Leerstand") belaufe sich auf rund 25 Prozent der leerstehenden Wohnungen.Das seien 1,7 Prozent des gesamten Bestandes in den neuen Ländern (alte Länder: 1,2 Prozent).alo

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