Bevölkerungsstatistik Berlin-Brandenburg : Ein Kommen, Gehen - und Bleiben

In der Hauptstadtregion von der Uckermark bis zur Lausitz leben inzwischen mehr als sechs Millionen Menschen. Doch trotz vieler Zuzüge wird in Berlin weniger Bauland verkauft.

von
Berlin lockt: 183 000 neue Bewohner zog die Hauptstadt 2015 an - verlor aber auch 12 400 Menschen an das Land Brandenburg.
Berlin lockt: 183 000 neue Bewohner zog die Hauptstadt 2015 an - verlor aber auch 12 400 Menschen an das Land Brandenburg.Foto: Imago/Steinach

Deutschland ist in Bewegung. Jedes Jahr wechseln Hunderttausende ihren Wohnort. Metropolen wie München, Frankfurt und Berlin wirken wie Magnete. Manche Dörfer dagegen veröden – andere wachsen in den Speckgürteln der Boomstädte. So ist es auch in der Hauptstadtregion.

Erstmals seit Kriegsende hat Berlin 2015 wieder die 3,5-Millionen-Marke überschritten, sagte Hartmut Bömermann vom Statistikamt Berlin-Brandenburg am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung der neuen Statistischen Jahrbücher. Die Einwohnerzahl liege dennoch weiter deutlich unter der der Weimarer Republik, als rund vier Millionen Menschen in Berlin lebten. In Berlin stieg die Einwohnerzahl um gut 50 000, in Brandenburg um 27 000 auf knapp 2,49 Millionen Menschen. Damit nähere sich die Mark wieder der 2,5-Millionen-Marke an, sagte Bömermann. In der Hauptstadtregion von der Uckermark bis zur Lausitz leben nun mehr als sechs Millionen Menschen.

2015 wurden in Berlin 183 000 Zuzüge und 142 000 Fortzüge erfasst. Darunter waren 114 000 Zuzüge und 67 000 Fortzüge von Ausländern. Die Stadt sei von einer hohen Dynamik geprägt, betonte Bömermann. Zugleich verliere Berlin seit fünf Jahren Einwohner an das Land Brandenburg, hieß es. 2015 lag dieser sogenannte Wanderungsverlust bei 12 400 Personen.

Für Brandenburg wurde 2015 der höchste Wanderungsgewinn seit der Wende verzeichnet, sagte Bömermann. Insgesamt zogen knapp 96 000 Menschen nach Brandenburg, darunter 43 000 Ausländer. Zugleich kehrten rund 58000 Menschen Brandenburg den Rücken, darunter gut 18 000 Ausländer.

Mit unbebauten Flächen wird spekuliert, statt sie zu verkaufen

Die wachsenden Einwohnerzahlen haben auch große Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Bedarf bestehe dabei auch für die zunehmenden Zahlen Studierender, sagte Bömermann. Die Zahl sei seit 2006 in Berlin um ein Drittel auf rund 176 000 und in Brandenburg um knapp 17 Prozent auf rund 49 000 gestiegen.

Auch dort nehme der Anteil der Ausländer deutlich zu, hieß es. So kämen inzwischen in Berlin 38 Prozent und in Brandenburg 29 Prozent der Studienanfänger aus dem Ausland. Sowohl in Brandenburg als auch in Berlin wächst die Zahl der Studierenden aus den alten Bundesländern.

Wer nun glaubt, dass diese Dynamik in Berlin mit einem vermehrten Verkauf von Bauland einhergehen müsse, irrt. Vielmehr wird mit unbebauten Flächen vor allem spekuliert. Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg ging die Zahl der Verkäufe im Jahr 2015 zurück, während die Preise stiegen. In Berlin wurden 1074 Verkäufe registriert, das waren 76 Verkaufsfälle weniger als im Vorjahr 2014. Für rund 790 Millionen Euro wechselten rund 1,9 Millionen Quadratmeter die Eigentümer. Der durchschnittliche Kaufwert lag bei 424 Euro je Quadratmeter. Die Spanne reichte von 186 Euro pro Quadratmeter in Marzahn-Hellersdorf bis 2264 Euro pro Quadratmeter in Mitte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben