Immobilien : Blätter wie Münzen: der Geldbaum

Brigitte Zimmer

DER ROTE PUNKT

Jede Woche gibt der Botanische Garten eine Liste mit besonders sehenswerten Pflanzen heraus, die durch ihre Blüten oder auch Früchte beeindrucken. Sie sind mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Aus Platzgründen können wir nur jeweils ein Gewächs vorstellen. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.bgbm.org.

Gewächshäuser . Bedauerlicherweise hilft unsere Pflanze der Woche, der Geldbaum (Crassula ovata), nicht in finanziellen Nöten. Auch wenn seine Blätter an Münzen erinnern, werden diese leider nirgendwo als Zahlungsmittel akzeptiert.

Der hochwüchsige Strauch ist in den Trockengebieten Südafrikas zu Hause. Er wächst sehr langsam. Erst, wenn er eine gewisse Größe erreicht hat – etwa nach zehn Jahren – kommt er zur Blüte. Seine zahlreichen, sternförmigen, weißen bis hellrosa Blüten entfalten sich bei uns im Winter und sind zurzeit – neben den im Sukkulentenhaus aufblühenden Aloe-Arten – eine Attraktion.

Das Alter des Geldbaumstrauches im Botanischen Garten wird auf über 50 Jahre geschätzt. Er hat inzwischen die stattliche Höhe von über zwei Metern erreicht. Seine stammförmige Sprossachse ist reich verzweigt und dient als Wasserspeicher. Auch in seinen glänzend dunkelgrünen, ganzrandigen, rundlich-ovalen, dickfleischigen Blättern kann er, ähnlich wie der verwandte, bei uns einheimische Mauerpfeffer, viel Wasser speichern. Erstaunlich ist das große Regenerationsvermögen der Blätter. Wenn man sie in die Erde steckt, treiben sie sogleich Wurzeln, und alsbald ist ein neues Individuum entstanden.

Crassula ovata gehört zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceen). Sie wird oft mit einer sehr ähnlichen Art, Crassula arborescens, verwechselt. Diese ist im Zimmer weniger blühfreudig, hat stärker rosafarbene Blüten, und ihre Blätter sind stumpfer und weißgrau bereift. Beide stammen aus dem südlichen Afrika und unterscheiden sich, zumindest in ihrer Heimat, im Blühtermin: Crassula arborescens blüht im Sommer. Die meisten der vielen volkstümlichen Bezeichnungen (Deutsche Eiche, Elefantenbaum, Jadebaum, Jadepflanze, Pfennigbaum, Portulak-Dickblatt, Speckbaum und Talerbaum) gelten gleichermaßen für beide Arten, aber auch für ihre Hybriden und zahlreichen Kultursorten.

Der Geldbaum liebt im Zimmer einen hellen, sonnigen Platz. Sobald es frostfrei ist, kann er bis etwa Ende August an einen sonnigen bis halbschattigen Standort ins Freie. Auch im Sommer sollte er nur mäßig gegossen werden, bei zu viel Wasser werden die Blätter schnell abgeworfen und es kann Wurzelfäule entstehen. Im Winter mag er am liebsten Temperaturen zwischen zwölf und 16 Grad Celsius (auf jeden Fall unter 22 Grad Celsius) und darf nur sehr wenig gegossen werden. Die Blattfärbung kann bei vielen Pflanzen lichtabhängig variieren, es kann sich zum Beispiel ein mehr oder weniger breiter roter Rand bilden. Bei voller Sonne erröten die Blätter mancher Sorten vollständig.

Übrigens: Zumindest dem Botanischen Garten hilft der Geldbaum doch etwas in seinen finanziellen Nöten. Er gehört zu den Pflanzen, deren Pflege durch eine jährliche Spende eines Paten unterstützt wird – und wie könnte es treffender sein: Der Pate ist eine Bank.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben