Immobilien : Bloß keine Hausmannskost

Was herauskommt, wenn kreative Planer und mutige Eigentümer vorhandene Bauten umgestalten

Kai Kolwitz

Gründe, Vorhandenes umzugestalten statt neu zu bauen gibt es viele. Spontane Inspiration, die Planer und Bauherrn beim Anblick eines in die Jahre gekommenen Baus trifft. Sentimentalität, wenn das ererbte Elternhaus den Ansprüchen nicht mehr genügt, aber trotzdem weiter da sein soll. Und Altes lebt: Holzbohlen, die stolz die Spuren der Jahre tragen, die Wände, die nicht so gerade und klinisch sind wie die der Neubau-Erstbezug-Urenkel, die Einbauten, die zwar ihren Zweck verloren haben, aber immer noch vom Leben in früheren Tagen erzählen können.

Gelegentlich sind die Argumente auch pragmatischer: Wenn der Denkmalschutz drückt, wenn der Bau an einer Stelle steht, an der sich nie die Genehmigung für einen Neubau erreichen ließe oder wenn enge Bebauungspläne ein neues Haus exakt so aussehen lassen würden wie die anderen 27 in der Straße. Nicht zuletzt der Trend zum Rückzug von der grünen Wiese in die Städte hat dafür gesorgt, dass die Umgestaltung vorhandener Bauten für Architekten einen immer größeren Teil der Arbeit ausmacht. Auf 50 bis 70 Prozent der Planungsleistungen taxieren die Macher von „Die besten Einfamilienhäuser - Umbau statt Neubau“ den Anteil.

In ihrem Buch haben sie 25 Beispiele dafür dokumentiert, was passieren kann, wenn Architekten und mutige (und meist nicht ganz finanzschwache) Bauherren sich entschließen, aus einem vorhandenen Bau etwas Besonderes zu machen. Die Palette der Ausgangspunkte reicht dabei vom verwohnten Einfamilienhaus über Historisches und Gewerbebauten bis hin zum Kuhstall, der sich zum mondänen Ferienhaus verwandelt hat.

Mal behutsam, mal futuristisch, mal sieht man von außen nichts, mal muss man mehrmals hinsehen, um die alte Substanz im Umbau noch erkennen zu können. Viel Inspiration für jeden, der daran geht, aus einem faden Haus seinen ganz persönlichen Wohntraum zu zaubern.

Amandus Sattler, Bettina Hintze, „Die besten Einfamilienhäuser – Umbau statt Neubau“, Callwey-Verlag, ISBN: 978-3-7667-1702-3

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