Immobilien : Blühendes Wahrzeichen

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DER ROTE PUNKT

Jede Woche gibt der Botanische Garten eine Liste mit besonders sehenswerten Pflanzen heraus, die durch ihre Blüten oder auch Früchte beeindrucken. Sie sind auf dem Gelände oder in den Gewächshäusern mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Aus Platzgründen können wir nur jeweils ein Gewächs vorstellen. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.bgbm.org .

Gewächshäuser. Zusammen mit anderen Wüstenpflanzen aus dem südwestlichen Afrika steht im „Annex 2“ des Großen Tropenhauses das Wahrzeichen Namibias: Aloe dichtoma Masson, der Köcherbaum oder auch Drachenbaum-Aloe genannt.

Doch nur vom Erscheinungsbild her hat dieses Liliengewächs (Liliaceae) etwas mit einem Baum gemeinsam, nämlich Stamm und Krone. Aus einem meist gerade wachsenden Stamm, der bis zu einem Meter Durchmesser erreichen kann, öffnen sich aufstrebende Äste. Sie sind gabelartig (dichtoma) verzweigt und enden in aufrecht stehenden schopfartigen Blattrosetten aus blau-grünen spitzen, fleischigen Blättern. Diese Wuchsform verleiht alten Exemplaren ein kandelaberartiges Aussehen.

Den Namen Köcherbaum verdankt Aloe dichotoma den Männern des San-Volks (Buschmänner) in Namibia. Sie höhlten die weichen Zweige aus und verwendeten die äußere harte Rinde als Köcher für ihre Pfeile. Entdeckt hat die Nutzung durch die Buschmänner offenbar Simon van der Stel, der Governor of Cape. Er erwähnte sie 1685 in seinen Reisenotizen über eine Expedition nach Norden auf der Suche nach Kupfer.

Formell als Art wurde der Köcherbaum erst 1776 beschrieben, und zwar durch Francis Masson, einen schottischen Gärtner, dem ersten von Kew Garden ausgesandten Pflanzensammler. Ihm zu Ehren trägt Aloe dichtoma den Zusatz „Masson“. Die zweite deutsche Bezeichnung, Drachenbaum-Aloe, bezieht sich auf die Ähnlichkeit mit dem echten Drachenbaum (Dracaena draco).

An ihrem natürlichen Standort wächst Aloe dichtoma zu imposanten, stark verzweigten Exemplaren von bis zu neun Metern Höhe heran. Die ausgewählte „Pflanze der Woche“ hat zwar mit ihren bisher 150 Zentimetern erst einen verhältnismäßig kurzen Stamm – dafür kann der Besucher aber fast in Augenhöhe die prächtigen Blütenstände betrachten. Sie sind verzweigt und mit gelben, röhrenförmigen Blüten besetzt. Die Staubfäden sind auffallend orange gefärbt. Die noch junge Pflanze stammt aus einem Aststeckling. Er gehörte zu einem alten Baum, der 1972 in Berlin aus Samen gezogen wurde, die aus dem Botanischen Garten Kistenbosch in Südafrika kam. W.H.

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