Immobilien : Blüten bis zum ersten Frost

Im Spätherbst sorgen verschiedene Gehölze mit ihrem Flor für reizvolle Akzente im Garten

Tassilo Wengel

Prächtiges Laub und farbige Früchte bestimmen im Herbst das Bild in Parks und Gärten. Blühende Gehölze sind dagegen selten zu finden. Dennoch gibt es einige Arten, die teilweise bis zum ersten Frost ihre Blüten zeigen und für reizvolle Akzente im Garten sorgen. Noch kann gepflanzt werden.

Zu diesen spät blühenden Gehölzen gehört die Säckelblume (Ceanothus), eine Gattung, die mit etwa 55 Arten im westlichen und südlichen Nordamerika beheimatet ist. Eine dieser Arten ist die um 1713 kultivierte Amerikanische Säckelblume (Ceanothus americanus). Sie entwickelt sich zu einem etwa einen Meter hohen Strauch mit schlanken, rutenförmigen Trieben, an denen die ovalen, bis acht Zentimeter langen Blätter wechselständig angeordnet sind. Von Juni bis September bilden sich an diesjährigen Trieben bis vier Zentimeter lange Rispen mit weißen Blüten.

Bereits um 1880 entstanden aus Ceanothus americanus und Ceanothus coeruleus Sorten, die noch heute von Bedeutung sind. Eine davon ist die sehr stark wüchsige ,Gloire de Versailles‘. Ihre violetten bis dunkelblauen Blüten erscheinen an langen Rispen von Juli bis zum Frost.

Nicht genau bekannt ist die Kreuzung, aus der die rosa blühende Sorte Ceanothus x pallidus ,Marie Simon‘ entstanden ist. Ein dekoratives Gehölz, das breitbuschig wächst. Es wird eineinhalb Meter hoch und bildet kegelförmige Blütenstände.

Alle Säckelblumen benötigen einen vollsonnigen Standort und leichten, durchlässigen Boden. Im Frühjahr erfolgt ein Rückschnitt bis auf wenige Augen, aus denen sich kräftige, üppig blühende Triebe bilden.

Auch die Bartblumen (Caryopteris), mit über zehn Arten in Ostasien beheimatet, entfalten ihre Pracht bis in den späten Herbst hinein. Typisch für dieses Gehölz sind die aromatisch duftenden Blätter und Blüten. Für den Garten ist besonders die Blaue Bartblume (Caryopteris x clandonensis) zu empfehlen. Dieser kleine, 50 bis 100 Zentimeter hohe Strauch hat länglich-lanzettliche Blätter von fünf bis acht Zentimetern Länge und eine filzige Unterseite. Vom August bis zum Frost bilden sich an den Trieben in den Achseln der oberen Blätter die prächtigen Blütenstände. Sie bestehen aus zahlreichen leuchtend blauen Blüten, die ein besonderer Anziehungspunkt für Bienen und andere Insekten sind. Die am häufigsten kultivierte Sorte ist ,Heavenly Blue‘, ein etwa ein Meter hohes Gehölz mit rutenförmigen Zweigen und leuchtend tief dunkelblauen Blüten, die in breiten Scheindolden zusammenstehen.

Bartblumen benötigen einen geschützten Standort in der Sonne. Der Boden sollte leicht und durchlässig sein mit einem neutralen bis alkalischen pH-Wert. Da sie Hitze und Trockenheit gut vertragen, empfiehlt sich ein Platz vor der nach Süden gerichteten Hauswand. Auch in Steingärten kommen sie in Gemeinschaft mit silberlaubigen Stauden gut zur Geltung. Bartblumen sind nicht vollkommen winterhart. Sie frieren häufig zurück, treiben allerdings wieder kräftig aus und blühen auch reich. Nur bei strengen Kahlfrösten erfrieren sie völlig. Um dem vorzubeugen, schützt man sie mit einer dicken Laubschicht. Im Frühjahr erfolgt regelmäßig ein kräftiger Rückschnitt bis auf wenige Augen, damit sich viele Blütentriebe bilden.

Wegen ihrer langen Blütezeit sind auch die Fingersträucher (Potentilla) im herbstlichen Garten sehr dekorativ. Von über 300 Arten, die in Europa, Nordamerika und Nordasien weit verbreitet sind, haben nur wenige den Weg in die Gärten gefunden. Seit Jahrhunderten wird die Art Potentilla fruticosa kultiviert, die inzwischen von schönen reich blühenden Sorten abgelöst wurde. Diese dicht verzweigte Pflanze hat meist fünfzählig gefiederte Blätter und entwickelt sich zu einem Kleinstrauch von einem Meter Wuchshöhe. Von Mai bis Oktober entfalten sich je nach Sorte unermüdlich weiße, gelbe, rote oder rosafarbene Blüten.

Damit die Fingersträucher reich blühen, ist ein Standort in voller Sonne wichtig. An den Boden stellen die Pflanzen keine großen Ansprüche, gedeihen allerdings am besten auf sandig-humosen bis lehmigen, nährstoffreichen Böden. Sie lassen sich gut vor größeren Nadelgehölzen verwenden, eignen sich als Blütenhecken und zur Begrenzung von Staudenrabatten.

Bezugsquelle: Havelländische Baumschulen, Chausseestraße 13 a, 14542 Plessow, Telefon: 033 27 / 4 09 02, Fax: 033 27 / 4 09 03, E-Mail: HavelBaum@t-online.de , Internet: www.havellaendische-baumschulen.de .

0 Kommentare

Neuester Kommentar