Immobilien : Blütenpracht für einen Sommer

Einjährige Schling- und Kletterpflanzen schlängeln sich an Rankgittern auf Terrassen und Balkons

Tassilo Wengel

Blühende Schling- und Kletterpflanzen an Pergolen oder an Rankgerüsten auf dem Balkon vermitteln an lauen Sommerabenden einen Hauch von südländischer Atmosphäre. Wer die Abwechselung liebt, kann sich mit einjährigen Blumen in jeder Saison aufs Neue einen farbenfrohen Baldachin schaffen. Ist der Sommer allerdings kühl und regnerisch, leiden die meisten Einjährigen erheblich und blühen spärlich.

Favoriten sind immer noch die Feuerbohnen (Phaseolus coccineus), ein Hülsenfrüchtler aus Südamerika. Obwohl es sich hier um eine Staude handelt, wird die Feuerbohne in unseren Breiten einjährig gezogen. Sie wird bis zu vier Meter hoch. Von Juni bis zum Frost erscheinen die scharlachroten Blütentrauben, aus denen sich delikat schmeckende Früchte entwickeln. Als interessante Sorte mit zweifarbigen Blüten (rote Fahne und weiße Unterlippe) ist ,Painted Lady‘ zu empfehlen.

Üppige Farbpalette

Wegen der ungewöhnlich attraktiven Blüten ist der Rosenmantel (Rhodochiton sanguineus) aus Mexiko eine recht ausgefallene Kletterpflanze. Etwas Besonderes sind die rosafarbenen, schirmartigen Kelchblätter, die die Pflanze auch dann noch eine Weile zieren, wenn die dunkelpurpurvioletten, trompetenförmigen Blüten abgefallen sind.

Ebenfalls aus Mexiko stammt die Maurandya (Asarina scandens). Sie wird etwa zwei Meter hoch und bildet von Juni bis Oktober wunderschöne Rachenblüten von einem Durchmesser bis zu vier Zentimetern. Ursprünglich violettrosa blühend, wurden inzwischen Farbsorten in Weiß, Rosa, Lila, Blau und Kupferfarben gezüchtet. Die Pflanze hat herzförmige, dunkelgrüne Blätter und lässt sich leicht an einer Kletterhilfe im Kübel hochranken.

Aber auch Kapuzinerkressen (Tropaeolum-Hybr.) sind eine schöne Zierde. Allerdings sollte man die groß blumigen Gartenhybriden nehmen. Die Farbenpalette ist üppig und reicht von cremeweiß über gelb bis rot in allen denkbaren Variationen. Neben kletternden Sorten gibt es auch gedrungen wachsende Exemplare, die sich gut miteinander kombinieren lassen.

Recht selten ist Tropaeolum peregrinum, eine zierliche Kapuzinerkressenart anzutreffen. Sie stammt aus Peru und Ecuador und klettert bis vier Meter hoch. Die windenden Stängel mit handförmigen, fünf- bis siebenteiligen Blättern ersetzen die fehlenden Ranken. Von Juni bis Oktober erscheinen die zitronengelben, gefransten Blüten.

Große duftende Blüten, die erst grün erscheinen, sich später dunkelviolett färben, kennzeichnen die Glockenrebe (Cobaea scandens). Diese Art aus Mittel-und Südamerika klettert mit Hilfe von Blattranken schnell an Schnüren oder Gittern empor und erreicht bei ausreichender Wärme und Nährstoffzufuhr bis sechs Meter Höhe. Da sie nicht nur in praller Sonne reichlich blüht, kann sie auch für Balkons in Ost- oder Westlage empfohlen werden.

In ununterbrochener Fülle entfaltet die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata) aus Südostafrika bis zum Frosteintritt ihre orangefarbenen Blüten mit dem dunklen Auge als Mittelpunkt. Sie eignet sich auch gut als Ampelpflanze. Die Pflanze wird zwar größtenteils einjährig kultiviert, lässt sich aber auch überwintern.

Kletterpflanzen für ausgesprochene Südlagen sind die Schönranken (Eccremocarpus scaber), die aus den chilenischen Anden kommen. Ihre fiederschnittigen Blätter sind mit einer Ranke an der Spitze ausgestattet, mit der sie sich festhalten. Vom Juni bis zum Frost erscheinen die zwei bis drei Zentimeter langen röhrenförmigen Blüten in Gelb, Scharlach- und Orangerot mit allen Zwischentönen in 15 Zentimeter langen Trauben aus den Blattachseln. Die Schönranken lassen sich frostfrei überwintern und blühen dann im folgenden Jahr noch früher.

Eine Vorkultur ist möglich

Wer keine vorgezogenen Pflanzen im Fachhandel kaufen möchte, holt sich entsprechende Samentütchen und zieht sie selbst an. Feuerbohnen und Kapuzinerkressen können gleich an Ort und Stelle gesät werden. Für die meisten anderen Kletterpflanzen ist eine Vorkultur günstiger. Dafür sät man drei bis fünf Samen in kleine Blumentöpfe, die mit einem durchlässigen, humosen Substrat gefüllt sind. Geeignet ist eine Mischung aus Rindenhumus und Sand zu gleichen Teilen oder fertige Aussaaterde. An einem hellen Platz keimt die Aussaat bei Temperaturen um 20 Grad Celsius und gleichmäßiger Bodenfeuchte innerhalb von zwei bis drei Wochen. Nach Bildung der ersten Laubblätter kann ausgepflanzt werden. Für den endgültigen Standort eignen sich sonnige Plätze und ein humoser, nährstoffreicher, aber durchlässiger Boden.

Wer in Kästen oder Tröge pflanzt, verwendet Einheitserde (auch als Fruhsdorfer Erde bekannt oder einfach „frux“ genannt) und reichert sie mit etwas Sand an. Wird ins Freiland gepflanzt, ist der Boden entsprechend zu verbessern. In jedem Fall sollten Ton- oder Lehmanteile vorhanden sein und der pH-Wert sich im leicht sauren Bereich (zwischen fünf bis sechs) bewegen.

Einjährige Schling- und Kletterpflanzen entwickeln in kurzer Zeit neben zahlreichen Blüten auch reichlich Blätter und haben daher einen besonders hohen Bedarf an Wasser und Nährstoffen. Bist Ende August sollten sie daher wöchentlich gedüngt werden und in Trockenperioden reichlich Wasser erhalten.

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