Immobilien : Blütenpracht in Augenhöhe

Eine blühende Hochstamm-Pflanze selbst heranzuziehen, ist gar nicht so kompliziert und einen Versuch wert Anfänger sollten Arten nehmen, die sich leicht vermehren lassen

Tassilo Wengel

Kübelpflanzen als Hochstämme sind ausgesprochen dekorative Gestaltungselemente. Sie verschönern vom Frühjahr bis zum Herbst Terrassen, lauschige Sitzplätze im Garten oder Balkons. Auch vor Hauseingängen oder auf Dachgärten sind sie recht wirkungsvoll. Fachmärkte und Gartencenter bieten jetzt eine reiche Auswahl prachtvoller Pflanzen mit schönen Blüten an. Allerdings haben die meisten Arten und Sorten auch ihren Preis.

Im Handel erworbene Pflanzen sind in den meisten Fällen prächtig entwickelt und werden im Frühsommer für die Saison angeboten. Neben immergrünen Arten wie zum Beispiel Stechpalme, Lorbeer oder Buchsbaum stehen vor allem Blütenpflanzen in der Gunst der Käufer.

Mit Ausnahme von Fuchsien benötigen die meisten blühenden Hochstamm-Pflanzen viel Sonne. Da die Anzucht in den Fachbetrieben vorwiegend unter Glas erfolgte, sollten sie nach dem Kauf erst einige Tage an einem hellen, aber schattigen Ort an die pralle Sonne gewöhnt werden. Dadurch lassen sich eventuelle Verbrennungen an den Blättern vermeiden. Bei richtiger Pflege bieten die blühenden Kübelpflanzen viele Wochen lang einen reichen Blütenschmuck, der sich bei artgerechter Überwinterung auch in den kommenden Jahren zeigt.

Wer es versuchen möchte und die Mühe nicht scheut, kann sich aus gekauften Pflanzen selbst weitere Hochstämme heranziehen. Als Favoriten gelten vor allem Arten, die während der Sommermonate einen reichen Flor zeigen. Anfänger sollten mit Arten beginnen, die sich leicht vermehren lassen und bei denen geschnittene Stecklinge in kurzer Zeit bewurzelt sind. Dazu gehören beispielsweise alle Fuchsiensorten, Pelargonien, Schönmalven und auch Wandelröschen.

Und so wird’s gemacht: Man schneidet vom Frühjahr bis zum Frühsommer von den Triebspitzen Stecklinge, die je nach Art fünf bis zehn Zentimeter lang sind. Diese werden einzeln in kleine Töpfe gesteckt, die mit einem Gemisch aus Torfmull und Sand gefüllt sind. An einem hellen Platz bei Temperaturen um 20 Grad Celsius bewurzeln sie sich innerhalb von zwei bis drei Wochen. Das zeigt das beginnende Wachstum an. Die kleine Jungpflanze kommt nun in einen Topf mit Einheitserde. Damit sich keine Pfahlwurzeln bilden, sollte das Gefäß seitliche (!) Löcher haben. Als Stütze für den Stängel erhält die kleine Pflanze bereits einen Stab. Je nachdem, wie schnell die Pflanze wächst, muss ein längerer Stab genommen und die Jungpflanze mit einem weichen Band fixiert werden. Regelmäßige wöchentliche Gaben eines Volldüngers und eine gleichmäßige Ballenfeuchte sorgen im Laufe des Sommers für ein konstantes Wachstum.

Um eine schöne Hochstammpflanze zu erhalten, ist es wichtig, dass so lange alle Seitentriebe, die sich an den Blattachseln bilden, entfernt werden, bis der Stamm die gewünschte Höhe erreicht hat. Die am Stamm sitzenden Blätter werden verschont. Ist die Stammhöhe erreicht, wird die Spitze des Laubes entfernt. Nun lässt man alle Seitentriebe stehen, die sich in der oberen Region bilden. Um eine reiche Verzweigung zu erzielen, kürzt man die neuen Triebe regelmäßig ein. Auf diese Weise erhält man im Laufe der Jahre eine gut verzweigte Krone.

Die Entwicklung zu Hochstämmen mit prächtigen Kronen ist je nach Pflanzenart sehr unterschiedlich. Einige wachsen sehr schnell. Bei ihnen kann man bereits nach einer Vegetationsperiode die Hochstamm-Pflanze erkennen. Das gilt vor allem für aufrecht wachsende Pelargonien und Heliotrop. Auch stark wachsende Fuchsien bilden bis zum Herbst bereits eine kleine Krone, die im folgenden Jahr schnell üppiger wird. Mehr Geduld muss man beispielsweise bei Bleiwurz, Gewürzrinde, Oleander oder beim Wandelröschen aufbringen. All diese Zierpflanzen benötigen zwei bis drei Jahre, um eine gut geformte Krone zu bilden. Doch mit zunehmendem Alter werden sie von Jahr zu Jahr attraktiver.

STECKLINGE

Bis zum Frühsommer werden von den Triebspitzen der Kübelpflanzen die fünf bis zehn Zentimeter langen Stecklinge geschnitten. Sie kommen in ein Gemisch aus Torfmull und Sand.

STANDORT

Der Platz muss hell sein, die Temperaturen sollten um 20 Grad Celsius betragen.

WACHSTUM

Die Wurzeln bilden sich nach einigen Wochen. Die Jungpflanze kommt dann in Einheitserde. Der Stängel wird mit einem Stab gestützt, so dass sich ein

gerader Stamm bilden kann.

Zur Kronen-

bildung bleiben nur die Seitentriebe in der oberen Region stehen.

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