Immobilien : Branche will weniger Bürokratie

Plato Kommunikation befragt Immo-Experten

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Die Immobilienbranche hält die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland für unzureichend, um eine dynamische Entwicklung des Marktes zu gewährleisten. So lautet ein wesentliches Ergebnis des „Platosurvey 2006“, der in Berlin präsentiert und im Anschluss von Experten kommentiert wurde. Rund zwei Drittel der Befragten – Immobilienfonds, Wohnungsbaugesellschaften, Projektentwickler und Makler – verneinten die Frage, ob sie zufrieden mit dem politischen Umfeld seien. Die Akteure im Immobilienmarkt wünschen sich vor allem weniger Bürokratie in der Bauplanung und mehr Flexibilität im Mietrecht.

Plato Kommunikation hat 200 Unternehmen, Verbände und andere Organisationen aus der Immobilienbranche befragt. Mit großer Mehrheit sprechen diese sich für die Schaffung von neuen Finanzierungsmöglichkeiten aus. Insbesondere die Einführung von Reits (Real Estate Investment Trusts) wird von den Immobilienmarktteilnehmern einstimmig unterstützt: Rund 80 Prozent der Akteure messen ihnen eine positive Wirkung bei. Otto Bernhardt, Finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, kritisierte bei der Präsentation der Umfrage aber die Ausklammerung von Wohnimmobilien aus dem Anwendungsbereich der Reits: „Damit wird einem wichtigen Impulsgeber aus irrationalen Gründen die Chance genommen, sich am Markt zu etablieren.“

Die Mehrzahl der Befragten plädiert für Wohneigentum als zentrales Element der Altersvorsorge. „Die Immobilienfachleute bestärken die Verbraucher in ihrem Wunsch nach einer Immobilie zur Alterssicherung“, kommentierte Dr. Andreas Stücke, Generalsekretär von Haus & Grund Deutschland, dieses Ergebnis. „Die Politik muss jetzt endlich die Frage klären, wie die Immobilie – gleichberechtigt neben anderen Anlageformen – in das System der staatlich geförderten Altersvorsorge integriert werden soll.“

Fast die Hälfte der deutschen Immobilienmarktteilnehmer ist der Meinung, dass Private-Equity-Fonds und andere ausländische Investoren den heimischen Markt maßgeblich mitgestalten. Etwa 60 Prozent der Befragten wünschen sich, dass Politiker das Engagement ausländischer Investoren fördern. Rund ein Drittel der Umfrageteilnehmer hingegen ruft Politiker dazu auf, die Aktivitäten der nicht aus Deutschland stammenden Investoren zu beschränken.

Unter den attraktivsten Städten Deutschlands haben sich zwei Favoriten herauskristallisiert: München und Hamburg. Beide Städte erhielten rund ein Drittel der Stimmen. Berlin liegt auf Rang drei vor Frankfurt am Main. Abgeschlagen folgen Köln und Leipzig. Beim Blick auf die Immobilienpreise sagen 79 Prozent der Experten überwiegend einen leichten, teilweise sogar einen starken Anstieg voraus. Der Rest rechnet mit gleich bleibenden oder leicht sinkenden Preisen. Tsp

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