Immobilien : Briten kaufen die Zentrale der Bewag Konzern bleibt Mieter

der 50 000 qm in Treptow

Eric Metzler

Die Shopping-Tour ausländischer Investoren in Berlin geht weiter. Ein Konsortium britischer Finanzinvestoren hat die Zentrale der Bewag in Treptow gekauft; bislang gehörte sie Berliner Privatleuten, die sich in einer GbR zusammengeschlossen haben. Über den Kaufpreis haben die Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart. Branchenkenner gehen aber davon aus, dass die Immobilie für nicht weniger als 200 Millionen Euro den Besitzer gewechselt haben dürfte. Damit wäre der Verkauf die größte Einzeltransaktion auf dem Berliner Immobilienmarkt seit 1995.

Der Gebäudekomplex an der Puschkinallee/Bouchéstraße bietet etwa 50 000 Quadratmeter Nutzfläche und zählt damit zu den größten Büroimmobilien der Stadt. 1995 wurden die Häuser errichtet und langfristig an die Bewag vermietet. Das Energieunternehmen bleibt auch unter seinem neuen Namen Vattenfall Mieter der Immobilie in Treptow, die Zentrale von Vattenfall Europe residiert weiter in der Chauseestraße in Mitte. Der Mietvertrag läuft noch bis 2017 – ein Faktor, der den britischen Investoren die Entscheidung zum Kauf erleichtert hat.

In den vergangenen Monaten haben angelsächsische Investoren immer wieder in der Hauptstadt zugeschlagen. In dieser Woche etwa wurde der Verkauf einer Gewerbeimmobilie in Neukölln bekannt. Dort übernahmen irische Anleger ein Haus, in dem die Modekette Hennes & Mauritz eine Filiale betreibt. Fabian Hüther vom Berliner Büro des Immobiliendienstleisters CB Richard Ellis (CBRE) geht davon aus, dass weitere, spaktakuläre Deals folgen werden: „Die ausländischen Anleger setzen auf Berlin, weil hier die Kaufpreise vieler Immobilien noch sehr günstig sind. Deutsche Investoren haben offenbar weniger Vertrauen.“ Das Unternehmen CB Richard Ellis, das auch den Verkauf der Vattenfall-Zentrale mit eingefädelt hat, unterhält in Deutschland Niederlassungen in Berlin, Hamburg und München.

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