Immobilien : Büros zum Spottpreis am Potsdamer Platz Dumpingmieten beschleunigen die Krise am Berliner Immobilienmarkt

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Neben dem Pariser Platz galt der Potsdamer Platz lange als resistent gegen die Krise am Berliner Immobilienmarkt. Nach Angaben von Christine Buwitt, ist es damit nun vorbei: „4500 Quadratmeter Bürofläche sind am Potsdamer Platz für 8,50 Euro je Quadratmeter zu haben“, sagt die Geschäftsführerin beim Maklerhaus Angermann, „solche Preise machen den Markt kaputt“.

Denn an der Topadresse, wo die Bahn AG mehrere tausend Quadratmeter nutzt, verlangten Eigentümer sonst 16 bis 20 Euro je Quadratmeter und Monat. Angeboten werde die Topadresse zum Dumpingpreis vom britischen Unternehmen MWB. Dieser Dienstleister betreibt „BusinessCenter“: voll ausgestattete Büros mit Telefon, Fax und Sekretariatsdienste an. Dort sind Mieten höher als für Flächen ohne Service. Doch nun biete die Firma rund 4500 Quadratmeter ohne Service und zu deutlich günstigeren Preisen als sonst am Markt üblich an.

Hintergrund sollen Schwierigkeiten der Firma sein, Mieter für das auf 6000 Quadratmetern geplante Business-Center zu finden. Um die Kosten zu senken, hoffe MWB auf Untermieter. Die Firma bestreitet diese Darstellung. Die Vermietung laufe gut, für 8,50 Euro würden keine Flächen angeboten. Hinter den Kulissen heißt es, Hauseigentümer Daimler-Chrysler habe Flächen zurückgenommen, um die Preise zu stützen. Der Redaktion liegen Angebote in dem selben Gebäude zur Preisen von 10 bis 12 Euro vor.

Die Bürohäuser zum Sonderpreis beschleunigen den Verfall der Mietpreise. Am Potsdamer Platz stehen mehrere Tausend Quadratmeter Bürofläche in der ehemaligen Zentrale der Volksbank seit Monaten leer. Der „umsatzstärkste Maklerverbund“, der Deutsche Immobilien Partner meldet, dass sich in Berlin „der Druck auf das Mietpreisniveau 2002 spürbar erhöhte“. Tsp

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