Immobilien : Damit die Wohnung nicht unter Wasser steht

Wer eine gebrauchte Immobilie erwirbt, muss meistens das Bad sanieren. Dabei wird das Wichtigste oft übersehen: die Abdichtung

Rolf Knitter

Nach dem Erwerb einer gebrauchten Immobilie ist es oft notwendig, das alte Bad grundlegend zu modernisieren. Rasch werden der Grundriss festgelegt und Sanitärobjekte ausgesucht, damit Fliesenleger und Installateur kurzfristig das neue Bad gestalten können. Bisweilen versuchen sich die Eigentümer auch selbst an diesen Arbeiten, um Kosten zu sparen.

Dabei wird oft die Abdichtung des Fußbodens und der Wände sträflich vernachlässigt. Besonders betroffen sind die schwer zugänglichen Stellen: die Ecken und die Rohrauslässe von Wanne, Dusche und Abflussrohren. Der zu fliesende Fußboden wird zwar meist noch mit einem Dichtungsanstrich versehen. Doch unter der Duschtasse lässt der Laie den Estrich häufig weg und verzichtet ausgerechnet hier auf die Fußbodenabdichtung. Er vertraut darauf, dass die Silikonfuge zwischen Wanne und Wand dauerhaft dicht bleibt. Doch Silikon wird mit der Zeit spröde, so dass der Fußboden durchfeuchtet wird, ohne austrocknen zu können. Die Folge: Schimmel und Fäulnis und sogar echter Hausschwamm drohen. Besonders gefährdet sind Altbauten mit Böden aus Holzdielen und Einschubbohlen.

Eine durchgehende Fußbodenabdichtung unter Wannen und Duschtaschen ist also zwingend erforderlich. Ferner sollten Einbauwannen verwendet werden, deren Rand zur Wand hin aufgekantet ist. So kann die letzte Fliesenreihe über den Rand der Wanne hinweg verlegt werden. Das Wasser fließt dadurch von der Wand immer in die Wanne zurück statt durch den Zwischenraum auf den Boden.

Um den Frieden im Haushalt zu erhalten, sollte zwischen Wannenrand und Wand immer ein Schaumgummistreifen eingelegt werden. Dem Nachbarn bleiben dadurch die Prasselgeräusche in der Dusche erspart. Bei Bädern aus den 60er und 70er Jahren bestehen die Fußbodenabdichtungen meistens aus Bitumenschweißbahnen, die auf einem Zementestrich angebracht sind. Diese Abdichtungen sind häufig intakt. Dort muss auch nur selten der Estrich erneuert werden.

Dagegen ist auf Dielenböden von Altbauten eine Estrichschicht auf Kunststoffolie sowie Stahlmatten vor Abdichtung und Verfliesung üblich. Alternativ können auch „Schwalbenschwanz“-Profilbleche als lastverteilende Platten quer zu den Holzbalken befestigt und mit Zementestrich oder feinkörnigem Beton aufgefüllt werden. Diese „Schicht“ hat eine Höhe von 50 Millimetern ab Oberkante Holzbalken. Hinzu kommt die Fliesendicke. Insgesamt entsteht durch den Aufbau im Bad eine vier Zentimeter hohe Stufe zum Flur.

Bei ebenerdigen Duschen, etwa in behindertengerechten Wohnungen, sind Fußbodeneinläufe und Gefälleestrich erforderlich. Hier sind die Anforderungen an die Abdichtung deutlich höher.

In jedem Fall empfiehlt es sich, bei Modernisierungen und Erneuerungen von Bädern einen Fachmann heranzuziehen, der die Planung und die Arbeiten überprüft.

Der Autor ist Sachverständiger für Schäden an Gebäuden

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