Immobilien : Das eigene Heim in Reih und Glied

Weil Familie Klaffke keine große Mietwohnung fand, erwarb sie ein günstiges Reihenhaus in Spandau

Rita Gudermann

Als den Klaffkes die Dreizimmer-Wohnung in Moabit zu eng wurde, und ein Streit mit dem Vermieter sein übriges tat, begannen sie mit der Suche nach einer Fünf- bis Sechs-Zimmerwohnung. Unter 1500 Euro monatlich war nichts zu haben. Schließlich entdeckten sie die Reihenhaussiedlung im Spandauer Mühlenviertel. Am liebsten hätten sie das Haus gemietet. Doch der Bauträger errechnete ihnen die Erwerbskosten. Die Eigenheimzulage war in die Kalkulation einbezogen; so blieben die monatlichen Raten im Rahmen. Die Klaffkes erwarben das Haus.

Nun wohnen sie auf dem ehemaligen Mauerstreifen im Spandauer Mühlenviertel. Dort will die Gewobag „eine kleine Oase“ schaffen, in der Nutz- und Grünflächen einander abwechseln: 95 Reihenhäuser in der Nähe des Nennhauser Damms sind geplant; 62 Häuser gebaut, 52 verkauft. Rund um die Siedlung gibt es Felder. Der frühere Grenzstreifen wird bald bewachsen sein. Dann kommt die Siedlung einer Gartenstadt nahe.

Die Reihenhaussiedlung im Spandauer Mühlenviertel liegt ganz in der Nähe der Gartenstadt Staaken. Dort verwirklichte Architekt Paul Schmitthenner während des ersten Weltkriegs eine Siedlung im Grünen nach englischem Vorbild. Industrielle Methoden im Wohnungsbau – Standardisierung und Massenfertigung – waren das Programm, damit auch weniger Begüterte aus den Mietskasernen an den Stadtrand ziehen konnten.

An diese Tradition wollte die Gewobag mit ihrer neuen Gartenstadt anschließen – und zugleich einen lukrativen Geschäftszweig erschließen. Doch derzeit stockt der Verkauf. Die wirtschaftliche Unsicherheit macht sich auch in Staaken bemerkbar.

Noch innerhalb der Berliner Stadtgrenzen angesiedelt, liegt Staaken verkehrsgünstig an der Bahnstrecke nach Hannover. Die Regionalbahn fährt im Stundentakt. Attraktiv ist auch die Nähe zur Spandauer Altstadt. Im Viertel selbst gibt es eine Bäckerei und einen kleinen Laden, eine Bushaltestelle und die Spandauer Linden-Grundschule.

Beim Erwerb des Reihenhauses machten die Klaffkes aber auch schlechte Erfahrungen: Die Vertriebsgesellschaft habe einen Spielplatz auf dem Gelände versprochen, doch die Entscheidung für den Bau habe dieser der Eigentümerversammlung übertragen. Diese traf bisher keine Entscheidung über die Anlage des Platzes. Nun gibt es zwar 100 Haushalte mit Kindern, doch nicht einmal einen einfachen Buddelkasten. Ein weiteres Mal gab es falsche Auskünfte: So regelte die „Gestaltungssatzung“, immerhin eine Anlage zum notariellen Kaufvertrag, im Detail, wie die noch zu bauenden Carports aussehen sollten. Doch später stellte sich heraus, dass der Bebauungsplan solche Gebäude auf dem Grundstück gar nicht erlaubt.

Dabei wäre ein wenig zusätzlicher Abstellraum so nützlich: Der Garten ist mit etwa 5,5 mal 11,5 Quadratmetern nur etwa doppelt so groß wie das Wohnzimmer - Platz für eine kleine Terrasse, einen Apfelbaum und ein Fleckchen Rasen. Viele Häuser haben keinen Keller. Deshalb haben die meisten Nachbarn noch ein kleines Gartenhäuschen auf dem Rasenstreifen aufgestellt, um Fahrräder und Rasenmäher unterzubringen.

Reihenhäuser mit 100 Quadratmetern Wohnfläche plus 34 Quadratmeter Ausbaureserve unterm Dach kosten 250000 Euro (Mittelhaus) bis 286000 Euro (Endhaus mit Keller). Infos unter Telefon: (0800) 4356500.

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