Immobilien : Das Geschäft mit der Immobilienkrise Investoren wollen Banken Kredite überschuldeter Kunden abkaufen

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Der deutsche Immobilienmarkt steckt in der Krise: Zu wenig Nachfrage lässt die Mieten bröckeln. Dadurch können viele Eigentümer nicht mehr die Zinsen für die Baukredite bezahlen, und Banken müssen um ihre Darlehen fürchten. Ursache hierfür ist nach Auffassung der internationalen Makler von DTZ jedoch nicht das Platzen einer spekulativen Blase bei der Bewertung von Immobilien. Schuld sei vielmehr ein „schleichender Anstieg der Bonitätsprobleme der Schuldner“ aufgrund des anhaltenden Verfalls der Immobilienpreise in den neuen Ländern.

Darin sehen einige angelsächsische Investoren jedoch eine Chance: Sie bieten Banken die Übernahme Not leidender Immobilienkredite an. Voraussetzung ist, dass die Geldhäuser auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Außerdem muss der Schuldner dem Verkauf der Forderungen durch die Bank zustimmen. Für das Geldhaus hat dieses Geschäft mit so genannten „Nonperforming loans“ den Vorteil, dass es Eigenkapital für andere Geschäfte freisetzt. Der Nachteil: Voraussetzung für einen Verkauf von Verbindlichkeiten „unter Preis“ ist eine Wertberichtigung in der Bilanz. Und das kostet.

Dies ist laut DTZ auch eines der größten Hindernisse vor einer Ausweitung dieses Geschäftes: „Zum einen verfügen betroffene Banken nicht über ausreichend Kapital, um die notwendigen Wertberichtigungen zu finanzieren“, schreiben die Immobiliendienstleister. Zum anderen habe sich auch noch kein „Marktpreis“ für die Bewertung Not leidender Kredite gebildet. Anders ausgedrückt: Banken und Fonds feilschen noch über den Wert eines Kredites, dessen Zinsen zu diesem Zeitpunkt nur zum Teil durch Mieteinnahmen aus der überschuldeten Immobilie bezahlt werden können. Die Spekulation der Käufer: Sie erwerben die Immobilie zu einem niedrigen Preis und erhöhen deren Wert durch eine bessere Vermietung. Darin liegt die große Chance bei der Übernahme Not leidender Immobilienprojekte.

Nach Angaben von DTZ werden Wohnungsbestände, Gewerbeparks mit hohen Leerständen und unbebaute Grundstücke derzeit „teilweise zu einem Bruchteil der aktuellen Darlehensvaluta gehandelt“. Dennoch erwarten die Makler eine weitere Zunahme des Angebots und in der Folge weitere Preisrückgänge. Interessiert an diesen Geschäften seien angelsächsische Opportunity Funds deshalb, weil sie mit der Übernahme Not leidender Kredite während den Immobilien-Rezessionen in Frankreich und Asien gute Geschäfte machen konnten.

Eine Alternative zum Verkauf der faulen Kredite besteht nach Auffassung der Makler in der Ausgliederung von Problemfällen in Tochtergesellschaften. ball

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