Immobilien : Den Durchblick genießen Wintergärten dienen der unterschiedlichsten Nutzung

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In der kalten Jahreszeit wünschen sich viele Eigenheimbesitzer einen Wintergarten, um zwischen blühenden Pflanzen oder unter Palmen sitzen zu können. Das Vorbild dafür sind die Palmenhäuser und Orangerien des Adels im 18. und 19. Jahrhundert. Sie wurden später von wohlhabenden Bürgern kopiert. Wintergärten wurden als Übergangsräume im Frühjahr und Herbst genutzt und dienten im Winter als Aufbewahrungsort für Kübelpflanzen und Gartenmöbel.

Heute hat sich auf Grund verbesserter Baumaterialien die Palette der Nutzungsmöglichkeiten erweitert: Die Bandbreite reicht von unbeheizten Klimapuffern über Pflanzenzimmer mit niedrigen Innentemperaturen und zeitweise wohnähnlicher Nutzung bis zum beheizten, ganzjährig nutzbaren Wohnraum.

Mancher Bauherr hofft, durch einen beheizten Wintergarten nicht nur zusätzlichen Wohnraum zu erhalten, sondern unterm Strich auch Heizenergie zu sparen. Dies sei nicht der Fall, da grob vereinfacht dargestellt - nur ein unbeheizter Wintergarten Energie einsparen helfen könne. Denn unbeheizt diene das Glashaus als Klimapuffer, heißt es bei der Hamburger Verbraucherzentrale. Dieser verhindert, dass die Wärme des Hauses ungehindert abfließen kann. Auch durch in den Wintergarten einstrahlende Sonne gewinnt das Haus als Folge des Treibhauseffekts zusätzliche Wärme.

Wintergärten sind in der Regel genehmigungspflichtig. Sie sollten so geplant werden, dass sie vom Haus abgetrennt werden können. Im Sommer wird dadurch ein Überhitzen des Wohnraumes vermieden und im Winter lässt sich bei Nichtbenutzung Energie sparen.

Gedanken über Wärmeschutz und Heizung müssen sich Eigentümer machen, die in ihrem Wintergarten hauptsächlich Pflanzen unterbringen wollen. Denn für das Überwintern von Kübelpflanzen wie Rosmarin oder Akazien sind andere Temperaturen als für tropische Winterblüher erforderlich. Vor dem Bau muss deshalb festgelegt werden, ob ein so genanntes Kalthaus, ein temperiertes Haus oder ein mit Wärmeschutzverglasung versehenes Tropenhaus errichtet werden soll, in dem die Temperatur mindestens zehn Grad Celsius betragen muss.

Zum Schutz der Pflanzen vor der im Glashaus entstehenden Hitze sollte man auch an einen Sonnenschutz denken. Denn durch die Heizkraft der Sonne können im Sommer Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius erreicht werden. Wirkungsvoll seien außen angebrachte Sonnenschutzanlagen wie Markisen oder Außen-Jalousien, rät der Bundesverband Rolladen und Sonnenschutz. Diese halten die Sonnenstrahlen schon von außen ab. Eine andere Schutzmöglichkeit bieten innenliegende Jalousien und Stoffrollos. Welcher Sonnenschutz vorzuziehen ist, hängt unter anderem von der jeweiligen Konstruktion des Glashauses ab.

Natürlichen Sonnenschutz können auch Laub abwerfende Bäume geben. Die Blätter bieten im Sommer eine ausreichende Beschattung, und im Winter kann man den Sonnenschein im Glasbau genießen. Auch durch Konstruktionselemente wie Dachüberstände kann man den Wintergarten vor allzu großer Sonneneinstrahlung schützen. Klimaprobleme können auch durch unzureichende Belüftungsmöglichkeiten hervorgerufen werden. Falls keine ausreichend freie Lüftung sichergestellt werden kann, ist eine motorische zu empfehlen. dpa / Tsp

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