Immobilien : Der erste Spaten für die eigene Scholle

Für frisch gebackene Gartenbesitzer ist eine gute Grundausstattung an Geräten, die die Arbeit erleichtern, unentbehrlich

Helga Daberkow

Das Angebot im Gartencenter ist schier unübersehbar: Spaten, Schaufeln, Hacken, Grabegabeln in vielen Variationen, daneben Rechen, Harken, Scheren, Messer, Kultivatoren und sogar Geräte mit dem seltsamen Namen „Sauzähne“. Unentschlossen fragt sich der Gartenneuling „Was brauche ich für die Arbeit im eigenen Garten wirklich?“ Entscheidend für die Beantwortung dieser Frage ist, sich zunächst klar zu machen, welche Arbeiten überhaupt erledigt werden müssen.

Sicherlich muss der Boden bearbeitet werden. Der Klassiker dafür ist der Spaten. Er soll schwere Arbeit leisten, daher ist eine robuste Ausführung wichtig. Ein Blatt aus solide geschmiedetem Stahl ist ideal, leichter ist gehärtetes Aluminium. Die Größe des Blattes entscheidet über die Erdmenge, die sich mit einem Stich bewegen lässt, und damit über das Gewicht. So genannte Damenspaten besitzen ein kleineres Blatt und sind für geringere Körperkräfte ausgelegt.

Die Stiellänge muss zur Körpergröße passen: Der Stiel sollte bis zum untersten Rippenbogen reichen, dann lassen sich die Kräfte optimal einsetzen. Ob ein T-förmiger Griff oder ein D-Griff besser in der Hand liegt, probiert jeder selbst aus.

Umgraben und lockern sind die Hauptaufgaben des Spatens. Er ist gleichzeitig auch das ideale Gerät zum Pflanzen. Für kleine Pflanzarbeiten ist er allerdings zu grob. An seine Stelle tritt dann eine Pflanzkelle, auch Handspaten genannt. Mit gebogenem Blatt und elliptisch zulaufender Spitze eignet sich das Gerät vorzüglich, um Blumenzwiebeln zu legen oder Sommerblumen zu pflanzen. Wichtig ist die solide Verbindung zwischen Kelle und Griff – bei preiswerten Exemplaren oft die Schwachstelle. Der Griff muss gut in der Hand liegen. Die meisten Menschen empfinden Kellen mit Holzgriff angenehmer als Metallgriffe.

Zur Grundausstattung des frisch gebackenen Gartenbesitzers gehört auch eine Gartenschere. Ihre unterschiedlich geformten Blätter sorgen für eine gute Kraftübertragung und einen sauberen Schnitt. Eine Feder zwischen den Blättern lässt die Blätter nach dem Schnitt wieder aufspringen.

Besonders langlebig sind Schneckenfedern aus dicht aufeinander liegenden Metallbändern. Heckenscheren mit langen Blättern und Schäften sind notwendige Anschaffungen, wenn Hecken oder Formgehölze geschnitten werden sollen. Anfänger können den Schnitt mit von Hand bewegten Scheren im Regelfall besser steuern als mit den raschen Elektromessern.

Anders als der Begriff nahe legt, sind Harken (oder Rechen) nicht nur zum Zusammenharken von Rasenschnitt, Herbstlaub oder für die Pflege von Kieswegen geeignet. Mit ihnen kann auch umgegrabene Erde eingeebnet oder eine grobe Erdscholle zerkleinert werden. Dabei übernehmen die gebogenen Zinken die schwere Arbeit, für die Feinarbeit ist umgedreht die glatte Metallseite gut. Sogar die Schmalseite lässt sich verwenden, beispielsweise zum Hacken von Unkraut.

Für das Unkraut-Enfernen auf großen Flächen ist eine richtige Hacke aber doch besser. Sie sollte ein relativ schmales Blatt besitzen, damit sie in engen Pflanzenbeständen keinen Schaden anrichtet. Hacken lösen nicht nur Unkraut, sie lockern auch den Boden. Noch perfekter lässt sich das mit dem Kultivator bewältigen.

Die drei bis fünf Zinken des Kultivators sind fingerartig gekrümmt und mit verbreiterten Spitzen versehen. Sie lockern, arbeiten Bodenhilfsstoffe wie Gesteinsmehl oder Sand ein und lassen einen wunderbar feinkrümeligen Boden entstehen.

Beim Kultivator wie bei allen anderen Geräten ist neben Muskelkraft auch ein wenig Erfahrung erforderlich, damit die Arbeit leicht von der Hand geht. Gartengeräte zeigen daher dem Neuling erst nach einiger Gewöhnung, was wirklich in ihnen steckt und ob die Auswahl optimal ist. dpa / gms

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