Immobilien : Der Hauptsitzplatz gehört ans Haus Richtig geplant, bietet auch ein kleiner Garten

viele Gestaltungsmöglichkeiten

Helga Panten

Das Haus ist fertig und bezogen, und die kahle Gartenfläche blickt ihre neuen Besitzer an. Doch mit etwas Planung wird aus dem eigenen Fleckchen Erde der Traumgarten. Denn beim Ziergarten kann der Gartenbesitzer seine Wünsche und Vorstellungen realisieren. Nur die Standortbedingungen setzen Grenzen und die Nachbarn – oder zumindest das Nachbarschaftsrecht. Trotzdem stecken selbst kleine Gärten voller Gestaltungsmöglichkeiten.

Am besten werden erst einmal alle Gartenträume zusammengetragen: Sollen es Rhododendren oder üppige Prachtstauden sein? Oder steht der Sinn eher nach einem englischen Garten, in dem geschnittene Hecken sich scheinbar zu Knoten verschlingen? Eine hübsche Alternative ist der Steingarten, der mit winzigen Überlebenskünstlern bepflanzt wird.

Sind alle Wünsche notiert, sollte zunächst der Standort geprüft werden. Ein wichtiger Indikator ist die Beschaffenheit des Bodens. Aber auch Licht und Schatten spielen eine Rolle. So kann der Rhododendrongarten im Schatten des Hauses angepflanzt werden. Für Steinbrech, Zwergiris und Bitterwurz ist der sonnige, aber regengeschützte Platz unterm Dachüberstand auf der Südseite des Hauses das Richtige. Um den Sitzplatz am Haus könnten Rosen gepflanzt werden, aber auch Prachtstauden wie Rittersporn, Phlox und Margeriten passen hier hin. Eine Alternative ist der Gartenteich mit dicken Seerosen.

Auf einem Gartenplan sollten die verschiedenen Bereiche grob mit Kreisen eingezeichnet werden. So entsteht eine erste Übersicht über das „Was“. Im nächsten Schritt folgt das „Wie“. In einem formalen Garten steht strenge Linienführung in Kontrast zum überquellenden Grün. Spielerischer und etwas natürlicher wirken weiche Linien, in denen Pflanzungen, Beete und Rabatten angeordnet werden.

Das Haus kann bei der Entscheidung helfen. Zur ausgebauten Kate passt – wie in alten Bauerngärten – ein Wegekreuz. Vor einem Gründerzeithaus machen sich Magnolienblüten, Hortensienbüsche und Rosen gut. Glas, Metall und Beton finden in streng geschnittenen Gehölzen ihre Entsprechung, werden durch Stauden mit klarer Form wie Hosta, Iris, Bambus, Rodgersien und Gräsern betont. Aber auch zu einem Betonwürfel passen dicke Pfingstrosen und üppiger Mohn. Ist der Garten groß genug, können mehrere Stile kombiniert werden. Hecken, Pergolen, Mauerscheiben oder Gebüschgruppen schaffen Gartenräume, die jeweils ihren ganz eigenen Charakter besitzen.

Ein schmaler Streifen seitlich des Gebäudes lässt sich als winziges formales Duftgärtchen mit streng geschnittenem Rosmarin, Lavendel und Thymianpolstern gestalten. Der Hauptgarten schließlich bekommt seinen Charme aus bunten Staudenrabatten, die die Rasenfläche säumen. Für die meisten Menschen gehört das gepflegte Grün zum Ziergarten. In kleinen Gärten kann dagegen auf den Rasen verzichtet werden. Denn oft zeigen kleine Rasenstücke wegen der häufigen Belastung nur schütteres Grün. Wird darauf verzichtet, werden gliedernde Wege und Flächen umso wichtiger. Sie bringen Struktur, Ruhe und Klarheit.

Bei allem Planen von Schönheit und Farbharmonie darf der Gartenbesitzer sich selbst nicht vergessen. Der Hauptsitzplatz gehört ans Haus, damit der Weg mit dem Kaffeegeschirr kurz ist. Ein zweiter oder gar dritter Sitzplatz bietet vielleicht Schatten, nutzt die Abendsonne oder dient als abgeschiedenes Plätzchen. Wege, die täglich begangen werden, sollten ausreichend breit und bequem sein. Durch die Mitte oder die Diagonale müssen sie trotzdem nicht führen, selbst wenn das die kürzeste Verbindung zur Gartenhütte oder zum hinteren Ausgang ist. Seitlich oder im Bogen angelegt, erfüllen sie den gleichen Dienst, ohne den Garten zu zerstückeln.

Dort wo es „nur“ darum geht, Pflanzen und Blüten zu betrachten, können schmale Plattenstreifen oder Schrittplatten ausreichen. Von dort aus muss allerdings auch Pflege ohne Verrenkungen möglich sein. Nicht umsonst forderte der Staudenzüchter Karl Foerster: „Mache dein Beet nie breiter, als du greifen kannst.“ dpa/gms

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