Immobilien : Der Markt regelt das schon

Nach jahrelanger Flaute rechnen Volkswirte mit steigenden Immobilienpreisen in Deutschland

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Nach rund 15 Jahren Stagnation könnten die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland nach Einschätzung von Volkswirten in den kommenden Jahren wieder steigen. Zu den Gründen zählten das große Interesse ausländischer Investoren, die sich belebende Baukonjunktur und die im internationalen Vergleich höhere Mietrendite auf dem deutschen Immobilienmarkt. Zu diesem Ergebnis kommen die Volkswirte von Allianz und Dresdner Bank in einer am Montag in Frankfurt veröffentlichten Studie.

In den vergangenen Jahren fielen die regionalen Unterschiede in Deutschland besonders ins Gewicht: Während die Preise im Westen seit 1995 im Schnitt um vier Prozent anzogen, fiel das Preisniveau im Osten um 17 Prozent ab. Dies lag zum einen an den schlechteren wirtschaftlichen Aussichten in den neuen Bundesländern, zum anderen auch an den Nachwirkungen des verhängnisvollen Baubooms unmittelbar nach der Wiedervereinigung. Dank geplanter Abrisse von insgesamt rund 350 000 Wohnungen sei der Leerstand im Osten von seinem höchsten Wert im Jahr 2002 (16,5 Prozent) inzwischen wieder gefallen. Die Mietrendite, also das Verhältnis von Miete zu Kaufpreis, lag Anfang 2005 in Deutschland im Schnitt bei geschätzten 5,4 Prozent.

Auf Basis der unterschiedlichen Preisniveaus ergäben sich nun sowohl im Westen wie auch im Osten Chancen für einen Trend nach oben bei den Immobilienpreisen, resümieren die Volkswirte des Versicherungs- und Bankkonzerns. Deutschland mit seinen sinkenden Preisen hatte in den vergangenen Jahren im Vergleich zu anderen Ländern wie Frankreich, Spanien und Großbritannien eine Sonderrolle eingenommen, da die Preise für Wohnungen und Häuser dort dramatisch anstiegen und einige Experten inzwischen von einer „Blase“ in diesen Märkten sprechen. In London etwa wurden sogar öffentliche Toiletten zu Einzimmerwohnungen umgebaut. dpa

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