Der Traum vom Eigenheim : Das eigene Haus am Rand der Großstadt

Eine repräsentative Umfrage zeigt: Mitten in der City wollen die wenigsten eine eigene Immobilie. Das Traum-Eigenheim liegt am Stadtrand.

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Leben im Eigentum, im Herzen der Großstadt? Die meisten sagen: „Nein, danke!“ Das jedenfalls legen die Ergebnisse einer repräsentativen Studie nahe, die das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Allianz Deutschland AG bei rund 2300 Bundesbürgern durchgeführt hat.

Danach finden die meisten Menschen in Deutschland (81 Prozent) den Besitz einer Immobilie attraktiv, aber im Zentrum einer großen Stadt möchte nur jeder Zehnte seinen Traum von den eigenen vier Wänden leben. Am liebsten würde jeder Dritte zukünftige Eigenheimbesitzer aufs Land ziehen. Ein weiteres Drittel bevorzugt den Speckgürtel einer Großstadt (31 Prozent).

Wenn es um die Realisierung dieses Traumes geht, befürchtet aber jeder Zweite finanzielle Risiken, so das Ergebnis einer zweiten bevölkerungsrepräsentativen Umfrage, die ebenfalls in dieser Woche vorgelegt wurde. Diese Umfrage – „Wohnträume der Deutschen“ – wurde im Auftrag einer Vermittlerin von Baufinanzierungen – der Interhyp AG – vom Institut für Management und Wirtschaftsforschung durchgeführt. Hier wurden 1697 Bundesbürger befragt.

„Wunsch und Wirklichkeit stimmen beim Standort der eigenen Immobilie weitgehend überein. Auch unsere Kunden bevorzugen Regionen, die zu den Einzugsgebieten zählen. Rund die Hälfte unserer Darlehen sind für Immobilien außerhalb einer Großstadt vergeben,“ sagt Peter Haueisen, Fachbereichsleiter Baufinanzierung bei Allianz Leben. „Diese Verteilung könnte sich in den kommenden Jahren allerdings aufgrund der demografischen Entwicklung zugunsten citynaher Lagen verändern.“ Laut Studie sind die Vororte von großen Städten vor allem im Norden und Osten Deutschlands (38 Prozent) und bei den 20- bis 25-Jährigen (44 Prozent), die den Kauf eines Eigenheims bereits konkret planen, gefragt.

Mitten in einer Großstadt leben wollen in den neuen Bundesländern fast doppelt so viele Menschen (19 Prozent) wie im Westen Deutschlands. Abgesehen vom Standort spielt auch die Art der Immobilie eine große Rolle. So wünschen sich bundesweit drei von vier künftigen Eigenheimbesitzern ein eigenes, möglichst frei stehendes Haus. Im Osten der Republik sind es unter den Befragten, die sich den Erwerb der eigenen vier Wände bereits durch den Kopf haben gehen lassen, sogar 80 Prozent.

Unabhängig von Finanzierungsfragen sehen sich viele Bundesbürger mit Engpässen am Immobilienmarkt konfrontiert: „Gut jeder dritte Befragte gibt an, das persönliche Traumobjekt oder Grundstück werde gar nicht angeboten“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG.

Vergleichsweise häufig wünschen sich an einem Eigenheim interessierte Befragte im Alter zwischen 26 und 35 Jahren eine Eigentumswohnung (31 Prozent) – oder ein Reihenhaus (15 Prozent). „Die Hälfte unserer Darlehensnehmer finanziert ein frei stehendes Haus, jeder vierte Kunde eine Eigentumswohnung,“ sagt Peter Haueisen. „Der Einstieg in das selbst genutzte Wohneigentum erfolgt häufig zunächst über die Eigentumswohnung.“ Ausschlaggebend für die Anschaffung einer eigenen Immobilie sind bei zukünftigen Besitzern folgende Kriterien: Das Eigenheim sollte bezahlbar beziehungsweise finanzierbar sein (97 Prozent), eine gute Infrastruktur aufweisen (90 Prozent) und in guter Nachbarschaft liegen (87 Prozent). Bei der Kaufentscheidung nahezu ebenso wichtig wie die netten Nachbarn ist die ruhige Lage (86 Prozent) eines Objekts. Entscheidend sind für rund drei Viertel der künftigen Eigenheimbesitzer auch kurze Wege zum Arbeitsplatz (74 Prozent) und ein Standort umgeben von Wald, Wiesen, Bergen oder Wasser (73 Prozent).

Um in Zeiten knapper Immobilien besonders schnell zu sein, sollte man schon im Vorfeld mit einem Experten abklären, wie hoch das Budget heute und in Zukunft ist, rät die Interhyp AG. Denn wer bereits ein fertiges Finanzierungskonzept in der Tasche hat, tut sich nicht nur leichter bei der Suche nach der passenden Immobilie, sondern erhält auch eher den Zuschlag beim Kauf.

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