Immobilien : Deutlich weniger Immobilien zwangsversteigert

In Deutschland sind im ersten Halbjahr dieses Jahres so wenig Immobilien unter den Hammer gekommen wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Die Zahl der Zwangsversteigerungen sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 33 200. Das geht aus dem in dieser Woche veröffentlichten Halbjahresbericht des Ratinger Fachverlages Argetra hervor.

Als Ursache nannte der Verlag die intensiven Bemühungen der Banken, Zwangsversteigerungen zu vermeiden. Außerdem könnten dank der niedrigen Zinsen viele Immobilienbesitzer umschulden, wenn es eng wird. In Thüringen kamen sogar 25 Prozent weniger Immobilien unter den Hammer, in Sachsen und Hamburg lag der Rückgang bei 20 Prozent. Einziger Ausreißer: In Bremen stieg die Zahl der Zwangsversteigerungen mit 1,9 Prozent leicht an. In Nordrhein-Westfalen lag der Rückgang bei 12 Prozent. Im gesamten vergangenen Jahr war ein bundesweiter Rückgang von gut elf Prozent errechnet worden.

Die Termine sind zwar rückläufig, aber trotzdem lohnt sich das Ersteigern, da viele Objekte auf den Markt kommen, die in Zeiten der Finanzmarktkrise niedrig bewertet wurden. Gegenüber den aktuell festgestellten Verkehrswerten für vergleichbare Objekte ergeben sich Differenzen, die auch beim Ersteigern über dem damals festgesetzten Verkehrswert noch ein Schnäppchen bieten. Der Rückgang der Summe der amtlich festgesetzten Verkehrswerte sei signifikant, berichtet der Verlag für Wirtschaftsinformation Argetra, der die Zahlen zusammengetragen hat. Die Verkehrswerte werden für das erste Halbjahr 2012 mit 5,1 Milliarden Euro beziffert und verzeichnen gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang von 0,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 16 Prozent.

In Berlin sank die Zahl der Termine von 840 im ersten Halbjahr 2011 auf 675 in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Das entspricht einem prozentualen Minus von 19,6 Prozent.

Die Zahlen für Brandenburg: 1813 Zwangsversteigerungen gab es im ersten Halbjahr 2011, im diesjährigen Berichtszeitraum wurden 1501 Termine verzeichnet. Die Entwicklung in Prozent: minus 17,2. Während überall die Preise fallen, steigen sie nur noch in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Brandenburg (von 149 918 auf zuletzt 166 427 Euro pro Objekt) . 2012 wurden bisher in Berlin im Durchschnitt pro Versteigerungsobjekt 305 884 Euro erlöst – gegenüber 328 830 Euro in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. dpa/Bü.

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