Immobilien : Deutsche Immobilien bleiben begehrt

Schuldenkrise, Inflationsangst und niedrige Zinsen dürften den deutschen Immobilienmarkt auch 2013 anheizen. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma Ernst & Young in einer in dieser Woche veröffentlichten Umfrage. Der Immobilienmarkt hierzulande habe eine „große internationale Anziehungskraft“, ergab die Umfrage unter 120 Banken, Versicherungen, Immobilienfonds und börsennotierten Immobiliengesellschaften. Sie alle bescheinigten dem deutschen Markt in der europäischen Schuldenkrise Attraktivität, merken aber auch an, dass immer mehr Investoren aus dem Ausland hierzulande nach Anlagemöglichkeiten suchen und für mehr Wettbewerb sorgen. Das treibt gerade in den Großstädten die Preise und wird für den Privatanleger bei Wohnimmobilien besonders spürbar.

Für 99 Prozent der Befragten sei Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarländern ein attraktiver oder sehr attraktiver Markt. Ausländische Investoren spielten hierzulande auch 2013 eine „größere Rolle“.

Trotz der insgesamt hohen Zahl an Interessenten werde das Preisniveau insgesamt weitgehend stabil bleiben, heißt es in der Studie. Allerdings sei in Teilsegmenten wie bei Wohnimmobilien mit steigenden Preisen zu rechnen – selbst in Nebenlagen. Im Jahr 2012 wurde auf dem deutschen Immobilienmarkt den Angaben zufolge ein Transaktionsvolumen von etwa 36 Milliarden Euro erreicht. Da die hohe Nachfrage weiter anhalte, sei für 2013 mit einem ähnlichen Volumen zwischen 32 und 36 Milliarden Euro zu rechnen. Da 2012 hierzulande Immobilien im Gesamtwert von rund 36 Milliarden Euro den Besitzer wechselten, wurde damit im vergangenen Jahr der höchste Stand seit 2007 erreicht. Haupttreiber der Suche nach Immobilien seien Inflationssorgen und das niedrige Zinsniveau, hieß es in der Studie.

Überraschend stark getrieben wurde das Ergebnis von großen Wohnungsportfolios. Daran dürfte sich auch im neuen Jahr nicht viel ändern. Allerdings erwartet die Branche, dass sich nun auch das Geschäft mit Einzelhandels- und Büroimmobilien wieder mehr belebt. Eine flächendeckende Preisblase im Wohnsegment in Deutschland können im Moment aber weder die Bundesbank noch die Immobilienbranche erkennen. AFP/rtr

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