Immobilien : Dichte Matten mit zarten Blüten

Einige Hybriden von Moossteinbrech-Gewächsen sind leicht zu kultivieren

Tassilo Wengel

Steinbrech-Gewächse sind in ihrer Formenvielfalt fast unerschöpflich und halten viele schöne Arten für den Garten bereit. Fast zu jeder Zeit bieten Staudengärtnereien und Gartencenter ein umfangreiches Sortiment an, denn der Bedarf an Pflanzen für Steingärten, bepflanzte Tröge oder andere Gefäße ist groß.

Moossteinbreche bilden nur eine der in 15 Sektionen aufgeteilten Gattung Saxifraga, die mit etwa 300 Arten vor allem in der nördlichen gemäßigten Zone verbreitet ist, aber auch mit wenigen Arten in den südamerikanischen Anden vorkommt. Es sind vorwiegend Gebirgspflanzen, die sich durch eine ausgesprochen hohe Widerstandfähigkeit gegenüber extremen Klimaverhältnissen auszeichnen. Infolge dieser Eigenschaften können sie in den arktischen Gebieten bis in die Randzonen des ewigen Schnees vordringen und in den Hochgebirgen jeder Witterung trotzen. Ihr Name leitet sich von den lateinischen Worten saxum = Fels und frangere = brechen ab und ist eine wörtliche Übersetzung der botanischen Bezeichnung.

Moossteinbreche (Sektion Dactyloides) bilden kleine, immergrüne Rosetten, die vorwiegend aus vielen weichen, fiederschnittig geteilten Blättern bestehen. Diese Rosetten sterben nach der Blüte nicht ab, sondern bilden Ausläufer und Seitensprosse mit neuen Rosetten, die dichte Polster oder Matten entstehen lassen. Sie überziehen schnell große Flächen, die auch im Winter attraktiv sind. Von April bis Mai sind die Pflanzen dicht mit weißen, rosafarbenen oder roten Blüten bedeckt.

Für den Garten haben neben einigen Arten vor allem Hybriden Bedeutung, die fast immer schöner und auch leichter zu kultivieren sind.

Unter den Arten ist Saxifraga moschata eine empfehlenswerte Gartenpflanze. Infolge der weiten Verbreitung handelt es sich um eine sehr vielgestaltige Art, die in zahlreiche Varietäten unterteilt wurde. Für den Garten hat nur die Art Bedeutung. Sie bildet dichte Polster aus länglich-keilförmigen Blättern, die am vorderen Rand meist dreizähnig oder dreispaltig geteilt sind. Der Blütenstand besteht aus zwei bis fünf cremefarbenen, in aufrecht stehenden Rispen oder Trugdolden vereinten Blüten.

Auch der Saxifraga trifurcata ist eine wertvolle Art, die in den Pyrenäen auf Kalksteinfelsen und Kalkschutthalden wächst. Die Pflanze bildet große, teils locker gewölbte Polster von stumpfgrüner Farbe, die aus nierenförmigen, dreiteiligen Blättern bestehen. Von Mai bis Juni entfalten sich weiße Blüten, die in einem doldenrispigen Blütenstand von 15 bis 20 Zentimetern Höhe vereinigt sind. Wegen der relativ späten Blütezeit, aber auch der pflegeleichten Kultur ist diese Art eine der besten in der gesamten Sektion Dactyloides. Sie lässt sich besonders gut als Pflanze für Wegeinfassungen oder auch am Staudenbeet verwenden.

Dennoch haben die Hybriden – wie schon erwähnt – für den Garten die größere Bedeutung. Am bekanntesten sind die Saxifraga-Arendsii-Hybriden. Sie wurden nach Georg Arends, einem sehr erfolgreichen Staudengärtner und -züchter aus Wuppertal-Ronsdorf benannt, der sich neben Astilben vor allem den Moos-Steinbrechen zuwandte. Er hatte an der Entstehung der Sorten einen großen Anteil. Inzwischen sehr zahlreich geworden, kamen besonders aus England und Deutschland viele schöne neue Sorten dazu.

Die Pflanzen bilden dichte, immergrüne Polster aus Rosetten mit vielfach-spaltigen Blättern. Zur Blütezeit im April und Mai entfalten sie je nach Sorte fünf bis 20 Zentimeter hohe Stängel mit großen Blüten. Sie sind in Dolden vereinigt und weiß, rosa, rot oder gelb gefärbt. Einige besonders empfehlenswerte Sorten sind ,Blütenteppich‘ (karminrosa, sehr robust), ,Dornröschen‘ (intensiv rot, schnell wachsend), ,Leuchtkäfer‘ (dunkelrot, reich blühend, sehr lange Blütezeit), ,Rosenzwerg‘ (dunkelrosa, nur drei Zentimeter hoch), ,Schneeteppich‘ (weiße Standardsorte, reich blühend), ,Triumph‘ (leuchtend dunkelrot, eine der besten Sorten dieser Sektion).

Alle Hybriden bevorzugen einen leicht beschatteten Standort, denn Plätze in voller, heißer Sonne vertragen sie nicht gut. Auch an schattigen Plätzen bilden sie noch schöne Polster und blühen reichlich. An den Boden stellen sie keine großen Ansprüche, er sollte nur nicht zu trocken sein, da für die Pflanzen eine gewisse Bodenfeuchtigkeit nötig ist. Als Faustregel gilt: je sonniger der Standort, desto besser sollte der Boden Feuchtigkeit halten. Wo durch geringen Lehmanteil die Wasser haltende Eigenschaft des Bodens gering ist, kann man durch Zugabe von Betonitmehl oder Hygromull diese Fähigkeit steigern. Dünger benötigen die Moossteinbreche kaum. Sie können gut über Jahre ohne zusätzliche Gaben auskommen und blühen reich. Um Samenansatz zu vermeiden, schneidet man den Blütenstängel nach dem Verblühen ab.

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