Immobilien : Die Bevölkerung Berlins schrumpft

Ein Studie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung über Berlin und leer stehende Wohnungen

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Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat eine Bevölkerungsprognose für die Hauptstadt, verbunden mit einer Darstellung der leer stehenden Wohnungen, herausgegeben. Demnach geht man in dem Haus unter der Leitung von Senatorin Ingeborg JungeReyer von einer leicht rückläufigen Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2020 aus: rund 26000 Menschen weniger als heute wird die Hauptstadt dann zählen, 3,366 Millionen Einwohner insgesamt.

Dramatisch ist dagegen die Zunahme des Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung: Die Zahl der über 75-Jährigen wird um 53 Prozent steigen. Trotz der großen Anziehungskraft der Metropole auf jüngere Menschen wird die Zahl der jungen Einwohner zwischen 18 und 25 Jahren nach dieser Untersuchung bis zum Jahr 2020 um 17 Prozent abnehmen. Auch die Gesamtzahl der erwerbsfähigen Personen wird der Prognose zufolge dann um weitere fünf Prozent zurückgegangen sein. Ursache für diese Entwicklung ist unter anderem die sinkende Geburtsrate in Berlin.

Wichtiger für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ist allerdings Folgendes: Die Zahl der Haushalte soll bis zum Jahr 2007 um rund 15000 zunehmen. Die Anbieter von Wohnungen müssen also nicht mit einem größeren Rückgang der Nachfrage rechnen. Im Gegenteil, der Studie zufolge war die Zahl der Haushalte zwischen Mai 2000 und Mai 2003 um 62000 gestiegen, im vergangenen Jahr um weitere 9000. In diesem Jahr wird mit einem weiteren Anstieg um 5000 Haushalte gerechnet. Ähnliches gilt für die Folgejahre. Die Ursache für diese Entwicklung liegt darin, dass immer mehr Menschen allein leben. Die Trennung vom Lebenspartner oder von der Familie führt zu einer zusätzlichen Wohnungsnachfrage.

Nach der Untersuchung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung standen im vergangenen Jahr 2500 Wohnungen weniger leer als im Vorjahr. Die Leerstandsquote beträgt 7,8 Prozent. Allerdings nimmt der „strukturelle Leerstand“ zu, das sind Wohnungen, die längerfristig nicht vermietet werden können: 97500 sind es derzeit, rund 5,1 Prozent des Bestandes insgesamt.

Der Leerstand konzentriert sich auf Randlagen der Stadt. Deshalb sollen nach Informationen aus Senatskreisen bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften rund 3000 Wohnungen noch abgerissen werden. Betroffen ist vor allem Marzahn. Dort mangelt es an Nachfrage nach großen Wohnungen. ball

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