Immobilien : Die eigenen vier Zimmer

Traum vom Eigenheim ist für jeden vierten Haushalt Realität.

W&W AG]Es klingt nach einer guten Nachricht: „Gut jeder vierte Haushalt in Deutschland hat sich den klassischen Traum vom Eigenheim erfüllt“, meldet das Statistische Bundesamt. 28 Prozent der rund 40 Millionen Privathaushalte in Deutschland wohnen in einem eigenen Einfamilienhaus. Nimmt man Eigentumswohnungen dazu, leben sogar 43 Prozent aller Haushalte in den eigenen vier Wänden.

43 Prozent – die Zahl scheint eine Konstante zu sein. Die Einkommens- und Verbraucherstichprobe, die den Zahlen zugrunde liegt, wird alle fünf Jahre erhoben.

Auch 2008 und 2003 stand in der Spalte „Haushalte in Wohneigentum“ genau die gleiche Zahl. Allerdings, geben die Statistiker zu bedenken, „gibt es nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland“: Während in den neuen Ländern und Berlin nur 31 Prozent der Haushalte in den eigenen vier Wänden lebten, waren es im früheren Bundesgebiet 46 Prozent. Dabei wohnten 23 Prozent der ostdeutschen, aber 30 Prozent der westdeutschen Haushalte in einem eigenen Einfamilienhaus.

„Das Eigenheim steht immer noch für Wohlstand und freie Entfaltung“, sagt Michael Voigtländer, Immobilienexperte beim Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln. „Allerdings haben sich die Präferenzen geändert.“ Die Menschen zieht es zunehmend in die Städte, viele Studien belegen das. Sie wollen dorthin, wo ihr Job ist, kurze Wege und eine gute Infrastruktur, ein großes Freizeitangebot und ein schnelles Internet.

Die Bauwirtschaft spiegelt das wider: „Der Geschosswohnungsbau hat in den vergangenen Jahren deutlich angezogen, beim Hausbau gibt es nur moderate Zuwächse“, weiß Voigtländer. Politische Weichenstellungen haben den Trend forciert: Die Eigenheimzulage wurde gestrichen, die Pendlerpauschale gekürzt. Außerdem hat sich das Image gewandelt: „Es ist nicht mehr so schick, auf dem Land zu leben.“ In der jüngsten Volkszählung hat das Statistische Bundesamt die sogenannte Eigentümerquote ermittelt. Sie besagt, wie viele der mehr als 40 Millionen Wohnungen in Deutschland von den Eigentümern selbst bewohnt werden. Dabei zeigen sich eklatante regionale Unterschiede: Die mit Abstand meisten Häusle-Eigentümer gibt es im Saarland: In 62,8 Prozent aller Wohnungen wohnen die Eigentümer selbst. Nicht nur am anderen Ende der Republik, auch am anderen Ende der Skala liegt Berlin. Dort liegt die Eigentümerquote bei mageren 15,6 Prozent.

Wie wohnen die Deutschen heute? Das war eine der wichtigsten Fragen beim Zensus von 2011. Seit die Ergebnisse 2013 publiziert wurden, steht fest: Die durchschnittliche Wohnung in Deutschland ist 90,1 Quadratmeter groß und hat 4,4 Zimmer.

Die meisten Wohnungen (knapp 43 Prozent) wurden zwischen 1949 und 1978 gebaut. 0,8 Prozent der Wohnungen in unserem Land haben weder eine Badewanne noch eine Dusche und auch keine Toilette. dpa

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